Mittwoch, 16. Dezember 2020

strange is the new fruit - Jahrescharts 2020

Die besten Alben 2020

Natürlich kann man nicht über 2020 schreiben, ohne dass darin Corona vorkommt. 2020 hätte echt ein großartiges Jahr werden können, schon allein von der Ästhetik her sieht 2020 top aus, spricht sich super aus, aber es wird für immer das Jahr bleiben, wo ein Virus die Welt dominiert hat! Tausende Menschen sind aufgrund der Pandemie gestorben sind und weitere Tausende zu kompletten Idioten mutiert. Das kulturelle Leben wurde zumindest live und auch im Kino komplett ausgebremst. Nur eine Show habe ich 2020 besucht, im Januar noch vor dem ersten Lockdown. Shows von Bands/Künstlern, die in in diesem Jahr erstmalig live gesehen hätte, wie Frankie Stubbs, Body Count und Ozzy Osbourne fielen leider aus bzw. wurden erneut verschoben und ich bezweife, dass ich die nun je live sehen werde.

Aber ich möchte mich hier nicht nur beklagen, mit der #PunkListeningParty auf Twitter hatte ich ab April eine Menge Spaß, war mit ner Menge cooler Leute in Kontakt (zumindest online) und habe zahlreiche Klassiker (wieder-)entdeckt und abgefeiert!

Als Ausgleich zu meinem Blogpost über Konzertbesuche, habe ich nun endlich ein Nachfolge-Post zu meinen Top55 meiner besten Alben/EPs/7"s aus Schweden und Deutschland veröffentlicht. Nämlich die Top55 meiner besten Alben/EPs/7"s aus England!

Corona hin oder her, nichtsdestotrotz wurde auch 2020 wieder eine Menge großartiger Musik veröffentlicht, bzw.  auf Vinyl wiederveröffentlicht worden und um die besten Alben 2020 soll es hier ja bekanntlich gehen. 

Unlike 200720082009201020112012201320142015, 2016 sondern wie schon 2017, 2018 und 2019 gibt es auch in diesem Jahr erneut die Top 9 der besten Alben 2020 in no particular order:

Be Well  - The Weight and the Cost (End Hits Records)
2019 kamen Battery zum 25-jährigen Jubiläum von Only the Diehard Remain nochmals auf Tour, aber es wurde auch schon die erste 7" von Be Well veröffentlicht, die bereits Großes ankündigte. Dass Be Well dann aber so einen Knaller am Start haben werden, habe ich nicht unbedingt erwartet. The Weight and the Cost ist bereits jetzt ein moderne Klassiker des Melodischen Hardcore und Brian McTernan begeistert mit seinen Shouts aber auch mit Gesang und vor allem mit seinen sehr persönlichen Texten. Oise hat mit End Hits auch ganze Arbeit geleistet und eine Vielzahl von Variationen auf Vinyl pressen lassen. Über Core Tex habe ich mir das goldene Vinyl ergattert, nur leider hat Corona verhindert, dass diese Ausnahmeband ihr tolles Album nicht auch gleich noch mit einer Tour begleitet konnte.



Coriky - Coriky (Dischord Records)
Ian MacKaye, Amy Farina und Joe Lally sind Coriky und somit 100% The Evens und 50% Fugazi. Und genau so klingen Coriky dann auch, eben wie eine Mischung aus The Evens und Fugazi. Eine großartige Platte, die einfach riesigen Spaß macht zu hören. Es wäre ein Traum, wenn Coriky auf Tour kommen würde, wenn die Pandemie endlich überstanden ist. Es ist so toll, dass auf Dischord Records nach 40 Jahren noch immer Platten veröffentlicht werden, die zukünftig als Klassiker bezeichnet werden.



Kristofer Åström - Hard Times (Startracks)
Als Kristofer Åström 1998 mit Hidden Truck sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich 22 Jahre spärter noch immer einem neuen Album entgegen fiebere. Letztes Jahr beim 25-jährigen Jubiläumsfestival von Startracks im Bi Nuu hatte er bereits Inbetweener gespielt gehabt. Der Song klang bereits sehr vielversprechend und Kristofer hat Wort gehalten, denn mit Hard Times hat er erneut ein großartiges Album veröffentlicht, das in der Bestenliste seiner langen Diskographie weit vorne genannt wird. Ich freue mich sehr für Kristofer, aber auch für Fredrik von Startracks, dass Hard Times überall so ein postives Echo bekommt. An dieser Stelle nochmals besten Dank an Fredrik, der mich mit der Testpressung von Hard Times nicht nur sehr überrasscht, sondern auch sehr glücklich gemacht hat.



Chamberlain - Red Weather (Arctic Rodeo Recordings)  
Bereits 2019 konnten mich Chamberlain mit ihrem tollen Konzert in der Kantine im Berghain sowie der 7" Some Other Sky mehr als begeistern. Nun folgt 2020 mit Red Weather ein neues Album und erneut bin ich begeistert. Die Gitarren, der Bass, die Drums und der Gesang, alles wie aus einem Guss, lullen dich ein in ein Wohlgefühl, das dich die Kälte und Dunkelheit dieser Jahreszeit aushalten lässt. Auch optisch haben Arctic Rodeo dafür gesorgt, dass alles stimmig ist. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Chamberlain nach der Pandemie gleich nochmals auf Tour kommen werden...



Statues  - Holocene (Lövely Records)
Nachdem Statues 2018 schon mit Ihrem Debütalbum Adult Lobotomy in meinen Top 9 vertreten waren, hatte ich mich sehr gefreut sie 2019 live im Tief erlebt zu haben. 2020 legen Statues mit Holocene gleich noch einmal nach und erneut wissen sie zu begeistern. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie dann auch 2021 wieder auf Tour kommen können, wenn diese schrecklich Pandemie endlich vorbei sein wird. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Johan, der mir das Album direkt aus Umeå zugeschickt hat, da Holocene leider trotz überragenden Reviews sogar im Visions, nirgendwo in Deutschland erhältlich war.



Die Ärzte  - HELL (Hot Action Records)
Seit 2007 veröffentliche ich nun schon meine Jahrescharts auf meinem Blog und noch nie waren Die Ärzte mit dabei! Dies liegt daran, dass Geräusch (2003) das bislang letzte Album von Die Ärzte war, das ich mir bei Veröffentlichung gekauft habe. Mal davon abgesehen, dass ich mir Jazz ist anders (2007) irgendwann mal doch noch fürn Euro auf CD vom Flohmarkt mitgenommen hatte. Aber 2020 war es dann wieder soweit, nachdem Die Ärzte inmitten der Pandemie bereits mit Ein Lied für jetzt meine Aufmerksamkeit ergatterten, haben sie mit HELL wieder ein richtig tolles Album veröffentlicht! Ob HELL nun tatsächlich das letzte Album von Die Ärzte sein wird, sei dahin gestellt. Aber hoffentlich bleiben uns die drei Herren noch lange live erhalten, denn ich würde gern einmal meine Kindern noch zu einem Konzert von Die Ärzte mitnehmen...



Body Count -  Carnivore (Century Media)
Nachdem Body Count 2017 für mich völlig unerwartet mit dem Hammeralbum Bloodlust wieder in mein Leben tauchten, habe ich den Nachfolger Carnivore mit Spannung und Vorfreude erwartet! Zuvor war die Freude bereits riesengroß, dass Body Count 2020 auch endlich wieder live in Berlin auftreten würde. Das Tempodrom erschien mir etwas zu überproportioniert, aber tja, wir wissen ja alle, was dann ja kam. Keine Ahnung, ob ich je wieder die Gelegenheit haben werde Body Count live zu sehen. Aber immerhin kann ich diese schicke Scheibe auf goldenem Vinyl mein eigenen nennen.



Passage 4 - World Circus (La Agonia De Vivir)
Vor 24 Jahren kaufte ich mir World Circus, das bislang einzige Album von Passage 4 auf CD, eben weil es damals nichts anderes gab und die CD zu der Zeit eben das Medium schlechthin war! Das Album wurde auf dem kleinen D.I.Y. Label Wounded Records veröffentlicht, in vermutlich einer recht geringen Auflage. Über die Jahre, die Band hatte sich längst aufgelöst, gewann das Album bei einer eingschworenen Fanbase immer mehr an Bedeutung, schließlich  Passage 4 auf ihrem Debütalbum Pionierarbeit in dem sie Hochgeschwindigkeits-Melodycore a la No Fun At All mit Emo a la Samiam kombiniert haben. So wurden zuweilen über 100 Euro für eine CD (!) auf Discogs aufgerufen, was World Circus zu wertvollsten CD in meiner Sammlung macht. Tja und 2020 erfüllte das spanische D.I.Y. Label La Agonia De Vivir meinen langgehegten Wunsch und veröffentlichten World Circus mit neunem Artwork endlich auf Vinyl. Mittlerweile ist sogar die Band wieder aktiv und schreibt neue Songs, weshalb ich heimlich die Hoffnung hege, Passage 4 vielleicht auch irgendwann doch noch live sehen zu können.



Minor Threat - First two 7"s (Dischord Records)

Und zum Abschluss dann nnochmals Dischord Records, mit dem Reissue eines Klassikers. 39 Jahre nachdem die ersten beiden 7" bzw. 36 Jahre nachdem sie zusammen als 12" (wieder-) veröffentlicht wurden, git es 2020 nun diesen Klassiker wieder in blauem Farbton. Allerdings erstmalig auch mit blau-marmorierten Vinyl und die Platte sieht einfach zu schön aus, um sie hier nicht zu nennen. Zum Album selbst muss ich glaube ich nichts schreiben, denn wer diese Songs nicht kennt, war nie ein Hardcore-Kid...

2020, it's a wrap, zumindest hier auf meinem Blog. Musikalisch hatte das Jahr ja einiges zu bieten, nur leider eben nicht live! Erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch die neue 7" von Frankie Stubbs sowie von As Friends Rust und über den Reissue von The Places You Have Come To Fear The Most von Dashboard Confessional habe ich mich auch sehr gefreut! Zudem wurde von Maple zum 30-jährigen Jubliäum von BCore mit The City of Warmth ein neuer Song veröffentlicht, der 8 Jahre lang in den Archive schlummerte! Und sogar Muff Potter beehrten uns 2020 mit einem neuen Song, da kommt hoffentlich 2021 noch mehr!

Wie bereits im letzten Jahr, habe ich auch 2020 wieder eine Playlist meiner Top 9 ergänzt durch allerhand Bonustracks auf Spotify erstellt. Im Januar 2021 werden dann die Reissues von Starmarket auf Thirty Something Records veröffentlicht, auf die ich mich natürlich schon riesig freue. Ansonsten hoffe ich, dass die Pandemie irgendwann dann auch wieder vorbei ist und endlich wieder Livekonzerte stattfinden dürfen.

Leider ist der Anteil an Frauen in diesem Jahr in meinem Jahrecharts sehr gering, nur Amy Farina (Coriky) ist dabei direkt vertreten. Bei Statues und Kristofer
Åström gibt es zumindest bei einzelnen Songs eine Beteiligung von Frauen. Diese habe ich dann auch für die Playlist bei Spotify ausgesucht. Aber alles in allem ist dies nicht wirklich zufrieden stellend, mal sehen was das neue Jahr bringt.

Wie immer wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest, Happy Chanukka und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund!

Freitag, 4. Dezember 2020

Meine 55 besten Alben/EPs/7"s aus England

Meine 55 besten Alben/EPs/7"s aus England

Nachdem ich 2019 schon die Top 55  meiner besten Alben/EPs/7"s aus Schweden und aus Deutschland präsentieren habe, habe ich mir überlegt, wie diese Reihe wohl fortgesetzt werden könnte? Eine Top 55 meiner besten Alben/EPs/7"s aus den USA kommt leider schon aus dem Grund nicht in Frage, da es einfach viel zu viele amerikanische Bands/Künstler*innen sind, die mich in meinem Leben begleiten und begeistern, um sie auf eine Top 55 zu minimieren. Aus Spanien und Italien habe ich über strange fruit zwar zahlreiche  Bands und Künstler*innen kennengelernt, die mir unglaublich viel bedeuten, aber vermutlich würde ich trotzdem nicht unbedingt auf eine Top 55 kommen. Bleibt also nur das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland übrig. Aber auch aus UK kommen einfach auch viel zu viele Bands/Künstler*innen, die eine Auswahl auf  eine Top 55 unmöglich erscheinen lassen, so dass ich mich bei der folgenden Bestenliste eben nur auf England beziehen werde. Dies war schon schwer genug und so habe ich immerhin eine gute Ausrede, warum z.B. Ash (Nordirland), Bonnie Tyler (Wales) und Broccoli (Schottland) eben nicht vertreten sind...

Anbei wie immer der Hinweis, dass diese Liste keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erhebt! Die Liste ist wieder komplett subjektiv und es werden nur Alben, EPs und 7"s von Bands oder Künstler*innen aus England aufgeführt, die mir persönlich etwas bedeuten und deren Alben, Singles, etc. auch in meiner persönlichen Sammlung stehen. Erneut beschränke ich mich auf nur ein/e Album/EP/7" pro Band/Künstler*in, um insgesamt mehr nennen zu können. Und wie schon bei den letzten Malen gibt es wieder eine Playlist, dieses Mal mit 50 Songs aus England auf Spotify, viel Spaß!

Es folgen in unbestimmter Reihenfolge meine 55 besten Alben/EPs/7"s aus England:
 
1.    Def Leppard - Hysteria (1987, Bludgeon Riffola)
Def Leppard kommen aus Sheffield, aber haben schon früh auf den amerikanischen Markt geschielt, u.a. mit der Single Hello America aus dem ersten Album, was ihnen in der Heimat lange Zeit übel genommen wurde. Ich wurde während eines Zeitlagers über einen Freund mit Def Leppard bekannt gemacht. Sven spielte mir auf einer Kassette deren aktuelle Platte Hysteria vor und ich war sofort hin und weg. Das dürfte etwa 1989 gewesen sein und wir hatten leider die Chance verpasst, Steve Clark live auf der Bühne erleben zu dürfen, da die Hysteria Tour in Deutschland bereits vorbei war. Das Plakat zur Show am 16.03.1988 in Frankfurt hing jahrelang in meinem Jugendzimmer. Steve Clark  starb am 08.01.1991 und erst 1993 beim Rock am Ring sahen wir Def Leppard endlich live, damals waren wir gerade mal 16 Jahre alt. Meine Sammelleidenschaft startete mit Def Leppard und von keiner anderen Band habe ich mehr Tonträger. Ich habe mir dann natürlich auch noch die genialen Vorgängeralben Pyromania, High'N Dry sowie On Through the Night gekauft gehabt. Am 08.01.1991 verstarb Steve Clark an einer Überdosis aus Alkohol und Medikamenten und mein Herz war gebrochen, als ich davon erfuhr. Als dann am 31.03.1992 posthum Adrenalize veröffentlicht wurde, kaufte ich mir nicht nur das Album am Tag der Veröffentlichung, sondern auch noch die ausgekoppelten Singles teilweise auf CD und Vinyl! Auch wenn wir für unser Fansein von Def Leppard häufig von älteren Metalheads aufgezogen wurden, so hält die Liebe zu dieser Band nun schon über 30 Jahre und einziger Wermutstropfen ist und bleibt, eben nie Steve Clark live erlebt zu haben.

2.    Queen - Live Magic (1986, EMI)
Meine Geschichte zu Queen ist recht ähnlich, wie meine Geschichte zu Def Leppard, wobei meine Sammlung von Queen Alben leider eher bescheiden ausfällt. Eine Freundin meiner Mutter spielte mir das Livealbum Live Magic vor und auch hier war es Liebe auf den ersten Blick und ich konnte nicht genug bekommen von den Songs! Auch war ich völlig fasziniert von dem Artwork und den riesigen Menschenmassen. Marga hatte Queen am 21.06.1986 auf dem Maimarktgelände in Mannheim live gesehen und ich lauschte fasziniert ihren Erzählungen von der Bühnenpräsenz von Freddie Mercury. Marga versprach mir, dass sie mich, bei der nächsten Tournee von Queen mit zu einem Konzert nehmen würde, ohne zu wissen, dass Queen nie mehr mit Freddie auf Tour gehen würden. Zu meiner Konfimation bekam ich dann mit Innuendo das brandneue Album von Queen geschenkt und war erneut völlig fasziniert. Ein halbes Jahr später starb leider Freddie Mercury an den Folgen seiner AIDS Erkrankung und mein Herz war erneut gebrochen, musste ich doch schon Anfang des Jahres den Tod von Steve Clark hinnehmen. Wie bei Def Leppard hält die Liebe zu Queen bereits seit über 30 Jahren, allerdings hatte ich nie das Bedürfnis Queen ohne Freddie Mercury live zusehen. Auch endet meine Sammlung ihrer Alben mit Innuendo, auch wenn Made in Heaven noch posthum veröffentlicht wurde. Innuedo war das perfekte Abschiedsalbum von Freddie Mercury und mit The Show Must Go On hätten Queen keinen besseren letzten Song auf das Album nehmen können. Am 20.04.1992 habe ich mir dann mit Sven die Liveübertragung des Freddie Mercury Tribute Concert im Fernsehen angeschaut, wo auch Def Leppard vertreten waren und erstmalig ihrern neuen Gitarristen Vivian Campell vorstellten und dann auch noch mit Brian May den Song Now I'm Here performten, wo sich der Kreis nun schließet. 1993 hatte ich dann bei Rock am Ring auch noch Brian May mit Band live gesehen. Das Set bestand neben seinen Solosachen auch aus zahlreichen Queen Songs, aber ohne Freddie Mercury war das einfach nicht dasselbe...

3.    Judas Priest - Defenders Of The Faith (1984, CBS)
Für mich entdeckt habe ich Judas Priest ebenfalls mit einem Live-Album, nämlich Priest...live! Und vermutlich steckte auch hier wieder Sven dahinter, zumindest verbinde ich das Album ebenfalls mit dem Zeltlager, wo ich auch Def Leppard für mich entdeckt habe. Das Album habe ich mir dann von meinem Taschengeld in Geisingen in Christa's Musikland gekauft, einem Plattenladen, den es dort seit vermutlich knapp 25 Jahren nicht mehr gibt. Nach und nach kaufte ich mir dann noch weitere Alben von Judas Priest, wie z.B. British Steel und eben das hier benannte Meisterwerk Defenders of the Faith! Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir damals im Religionsunterricht in der Schule über Metal gesprochen haben. Ich trat  meinem Religionslehrer gegenüber als Verteidiger von Metal auf, durfte dann sogar Musik mitbringen, damit wir in der Klasse darüber sprechen konnten. Als Fan machte ich natürlich den Fehler und suchte mir meinen Lieblingssong aus: The Sentinel und übersetzte sogar mühsam mit meinem Schul-Englisch vorher freiwillig den Text, damit wir natürlich nicht nur über die Musik, sondern auch über den Text, bzw. Inhalte von Metal sprechen konnten. Blöd nur, dass der Text recht gewaltsam ist und auch noch die Zeile Condemn to Hell vorkommt, was meinen Religionslehrer natürlich in seiner Argumentation unterstützte. Aber irgendwie war das ja auch egal, immerhin durfte ich einen meinen Lieblingssongs in der Schule laut vor meiner Klasse aufdrehen. Once a Metalhead, always a Metalhead!

4.    Iron Maiden - Seventh Son of a Seventh Son (1988, EMI)
Natürlich kommt meine Top 55 Liste aus England nicht ohne diverse Metal-Bands aus. Wie Def Leppard wurden Iron Maiden mit der New Wave of British Heavy Metal (NWOBHM) bekannt. In ihrer noch immer anhaltenden Schaffenszeit haben Iron Maiden zahlreiche Klassiker veröffentlicht und es ist nicht einfach, sich auf ein Album festzulegen. Deshalb habe ich mir ein Album ausgesucht, das zu meinen Lieblingsalben der Band zählt. Mit Seventh Son of a Seventh Son haben Iron Maiden ein klassisches Konzeptalbum geschrieben und jeder Song ist ein Hit. Auf dem Cover ist natürlich wieder Eddie zu sehen, wenn auch nur sein Torso. Es wäre natürlich der Knaller gewesen, Iron Maiden auf ihrer '88 Tour live zu sehen. Tatsächlich live gesehen habe ich sie allerdings erst 15 Jahre später zur Dance of Death Tour in der Arena in Berlin und da hatten Iron Maiden allerdings leider nur noch Can I Play With Madness von Seventh Son of a Seventh Son auf der Setlist.

5.    Black Sabbath - Paranoid (1970, Vertigo)
Ok nochmal Metal, aber die Black Sabbath sind schließlich nicht nur irgendeine Metalband sondern die Band, die Metal mit erfunden hat. Am 08.06.2016 kamen Black Sabbath auf ihrer Abschiedstournee The End ein letztes Mal nach Berlin und spielten ein Open Air Konzert in der Waldbühne. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und auch wenn ich bis dato noch nie so viel Kohle für eine Konzert ausgegeben hatte, so war ich doch sehr froh darüber Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler  live gesehen zu haben. Leider ohne Bill Ward, aber dafür mit einem furiosen Tommy Clufetos. Auch die Setlist ließ keine Wünsche offen, bis auf einen, denn leider hatten sie mit Sabbath Bloody Sabbath einen meiner Lieblingssongs von ihnen, nicht gespielt gehabt. Ozzy rannte immer wieder über die Bühne und rief  "I love you all!", tja und alle lieben Ozzy...

6.   Ozzy Osbourne - The Ultimate Sin (1986, Jet Records)
Mein erstes Album von Ozzy war sein 1986er Album The Ultimate Sin, mit dem unwiderstehlichen Ohrwurm Shot in the Dark! Songs wie Secret Loser und Fool Like You sprachen mir damals als Teenager aus dem Herzen und mit Killer of Giants war zudem ein sozialkritischer Song vertreten, der mir damals wie heute viel bedeutet. Zwar hat Ozzy im Laufe seine Solokarriere so einige Klassiker veröffentlicht, aber trotzdem ist und bleibt The Ultimate Sin mein Lieblingsalbum, auch wenn das Album Artwork in der Retrospektive betrachtet ziemlich daneben ist. Als im Sommer 2018 bekannt gegeben wurde, dass Ozzy mit No More Tours 2 auf Abschiedstournee gehen würde und zudem auch noch Judas Priest als Special Guest dabei haben würde, kaufte ich mir sofort ein Ticket, da ich mir dieses Highlight auf keinen Fall entgehen lassen wollte! Ursprünglich hätte die Show am 19.02.2019 in der Mercdes Benz Arena statfinden sollen. Allerdings hatte Ozzy einen Unfall mit einer langwierigen  Genesung, so dass die Show bzw. die gesamte Tournee um ein Jahr auf den 24.02.2020 verschoben wurde. Nachdem Ozzy sich von seinen Unfall erholt hatte, wurde er jedoch erneut krank, so dass die Tour erneut verschoben werden musste und nun auf den 30.11.2020 terminiert wurde. In der Zwischenzeit gab Ozzy auch noch bekannt an Parkinson erkrankt zu sein, aber aber sich noch mit der Tour von seinen Fans verabschieden wollen würde. Trotz Krankheit wurde im Frühjahr 2020 mit Ordinary Man ein neues Album veröffentlicht, dass sich inhaltlich ebenfalls schwer nach Abschied anhört. Tja und nun macht womöglich der Corona-Virus dem Abschiednehmen von einer wahren Legende einen Strich durch die Rechnung. Allerdings hoffe ich natürlich noch immer, dass die Show drei Jahre nach dem eigentlichen Termin am 26.01.2022 doch noch stattfinden wird!

7.    The Police -  Outlandos D'Amour (1978, A&M Records)
1994 bin ich zum ersten Mal mit Freunden im Urlaub gewesen. In Schottland sind wir den West-Highland Way von Glasgow nach Fort Williams gelaufen, insgesamt über 150 km. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde und daher kann ich mich eben auch noch daran erinnern, dass ich mir als wir wieder in Glasgow angekommen waren, bei Tower Records das Greatest Hits Album von the Police gekauft habe. Im Laufe der Jahre habe ich mir dann auf dem Flohmarkt noch ein paar Alben auf Platte gekauft gehabt, als Platten noch für wenig Geld erhältlich waren. Doch meistens lief in den letzten 26 Jahren dann doch immer die Greatest Hits CD. Am 05.06.2008 habe ich leider die einmalige Chance verpasst The Police live zu sehen. The Police haben damals in der SAP Arena in  Mannheim gespielt, wo ich zu diesem Zeitpunkt studiert habe, aber leider war ich völlig blank und es war völlig utopisch so viel Geld für eine Konzertkarte auszugeben.

8.    Dire Straits - Dire Straits (1978, Vertigo)
Mit Dire Straits verhält sich sich bei mir ähnlich wie mit The Police. Zunächst kaufte ich mir mit Money for Nothing ein Best-of Album auf CD. Erst über die Jahre habe ich auf Flohmärkten dann diverse Alben von Dire Straits auf Platte zusammengetragen. Aber auch hier läuft seit knapp 30 Jahren meistens die Best-of CD, wie übrigens auch von Tom Petty & the Heartbreakers...
Live gesehen habe ich Dire Straits leider auch nie. Hmm, so ne richtige spannende Geschichte zu Dire Straits habe ich leider nicht, trotzdem sind sie für mich in dieser Liste extrem wichtig, allein schon wegen Sultans of Swing, da ich mit diesem Song viele schöne Erinnerungen verbinde.

9.    The Beatles - Golden Greatest Hits (1979, Odeon Records)
In meinem Elternhaus spielte Musik leider eher eine untergeordnete Rolle, so war die Plattensammlung meiner Eltern leider eher mager. Neben ein paar Scheiben Schlager und Volksmusik (Vater) gesellten sich noch ein paar Scheiben Liedermacher und Chanson (Mutter). Für mich, der ich in meinen jungen Jahren auf der Suche nach neuem Sound war, war dies eine ziemliche Wüste. Ich beneidete da ein wenig meinen Kumpel Sven, dessen Vater zu Hause Scheiben von Deep Purple und Led Zepplin im Regal stehen hatte. Doch irgendwann fand ich die Oase in meiner Wüste in Form einer Best of-Compilation der Beatles: Golden Greatest Hits - Club Edition! Diese Platte wurde fortan sehr häufig von mir in Beschlag genommen und gefestige meine Liebe zu Rock und Pop gleichermaßen. Und somit war es entschieden, dass ich die Beatles zeitlebens den Rolling Stones vorziehen werde. Letztgenannte haben es nicht mal in meine Top 55 geschafft, waren irgendwie nie meine Band, auch wenn Angie natürlich ein unglaublich toller Song ist...

10.    Chumbawamba - Anarchy (1994, One Little Indian)
Ich kann mich leider nicht daran erinnern, wann ich zum ersten Mal Chumbawamba gehört habe, vermutlich war auch hierbei mein Cousin Daune nicht ganz unbeteiligt. Auf jeden Fall war es bevor sie mit Tubthumping die Charts stürmten und in allen Hitlisten auftauchten. Mir gefiel, dass sie ihre antifaschistischen Texte wie z.B. Enough is Enough und Mouthful of Shit in Popmusik verpackten. Auch fand ich klasse, dass Frauen in der Band waren, denn auch wenn Punk immer schon offen für Feminismus war, so wars doch stets so ein männerdominierter Verein. Live gesehen habe ich Chumbawamba 1995 auf der Tour zum Album Swinging with Raymond im Roxy in Ulm und nochmals ein Jahr später auf dem Strange Noise Festival. Heutzutage finden Tonträger von Chumbawamba bei mir leider nur noch selten Gehör, das sollte ich dringend mal wieder ändern...

11.    The Prodigy -  Music For The Jilted Generation (1994, XL Recordings)
The Prodigy waren damals eine der Bands, die man auch gut finden konnte, auch wenn man ansonsten mit dem Eurodance Zeugs ansonsten nur Mainstream und Kirmes verband. Out of Space sorgte damals schon für ein erstes Aufhören, aber mit Music For The Jilted Generation fielen dann die letzten Hemmungen The Prodigy gut zu finden und in der Schuldisko dazu auf die Tanzfläche zu strömen. Neben No Good (Start the Dance), das man auch aus Radio und Fernsehen her kannte, waren es vor allem Songs wie Their Law (mit Pop Will Eat Itself), Voodoo People und Poison, die bei mir auf Begeisterung stießen. 1996 haben ich dann The Prodigy live beim Strange Noise Festival in Trossingen gesehen und tanzte dazu begeistert mit Tausenden anderen im Matsch. Sicherlich haben The Prodigy mit dem Album The Fat of The Land ihren Fame mit Breathe,  Smack und Firestarter nochmals steigern können, aber für mich ist und bleibt vor allem Music For The Jilted Generation prägend. Letztes Jahr nahm sich Keith Fint mit 49 Jahren das Leben, auch wenn Liam Howlett das Mastermind hinter dem Sound von The Prodigy ist, so haben sie dadurch zumindest ihr Gesicht verloren.

12.    Motörhead - Ace Of Spades (1980, Bronze)
Am 05.12.2012 war es dann endlich soweit und ich habe Motörhead tatsächlich live erlebt und stand im selben Raum wie Lemmy Kilmister! Ich schaute während der Show immer wieder auf mein Handy, da der Geburtstermin meines Sohnes unmittelbar bevorstand, aber der Kleine ließ seinem Vater die Freude und geduldete sich noch eine Weile. Anthrax spielten im Vorprogramm, aber es war klar, dass sie hier nur zum Aufwärmen da sind, da alle auf Motörhead warteten. Die Show wurde wegen der großen Nachfrage von der Columbiahalle ins Velodrom hochverlegt. Es hatten wohl schon alle die Vermutung, dass Lemmy doch nicht unsterblich sei. Nur wenige Monate später hatte Lemmy dann eine schwere Herz-OP und Shows und Tourneen wurde verschoben oder gleich ganz abgesagt. Kurz nach seinem 70. Geburtstag verstarb Lemmy am 28.12.2015 und die Welt verlor eine wahre Rock'N Roll Legende! Killed by Death...

13.    Oasis - (What's The Story) Morning Glory? (1995, Creation Records)
Am 03.08.1996 spielten Oasis vor 80.000 Leuten in Balloch am Loch Lomond in Schottland und hatten dabei den Höhepunkt ihres Erfolgs gefeiert! Nur wenige Tage später machten wir während unserer Interrail-Reise, mit dem Abitur frisch in der Tasche, Stopp im Loch Lomond Youth Hostel. Die Euphorie durch diesen Event war noch immer zu spüren. Das Problem war nur, wir teilten diese Euphorie nur bedingt. Mit Aussagen, dass Blur ja auch ganz gut wären, hielt man sich eher zurück, wenn man nicht in ein Streitgespräch geraten wollte. Als wir später in Glasgow ankamen lief in allen Pubs ebenfalls Oasis und wir schwagen ständig hin und her, uns von der Euphorie anstecken zu lassen oder genau die Gegenposition dazu einzunehmen. In einem solchen Moment kritzelte ich mit einem Edding "Oasis sucks" an eine Wand in den Virgina Galleries. Ein Kumpel von mir hatte dies nicht mitbekommen und machte begeistert ein Foto, als er es entdeckte, um zu dokumentieren, dass nicht alle Schotten der Oasis Hysterie verfallen waren. Wir anderen mussten daraufhin laut los lachen und er war dann etwas stinkig mit mir. Jahre später hatte ich dann doch irgendwann meinen Frieden mit Oasis gemacht, die mir eigentlich immer zu prollig und anstrengend mit ihrem Getue waren. Und so fand ich es dann doch ganz gut, dass ich Oasis 2009 live auf dem Melt Festival gesehen habe.

14.    Blur - The Best Of (2000, EMI)
Als damals die Rivalität zwischen Oasis und Blur auf dem Höhepunkt schwelte, zählte ich mich immer zum Team Blur, einfach weil mir Oasis dann doch eine Kante zu prollig waren. Blur kamen da schon deutlich sympathischer rüber, konnten mich jedoch nie auf Albumlänge überzeugen, so dass ich in den 90ern immer nur einzelne Songs von geliehenen CDs auf Mixtapes packte. Irgendwann fand ich dann auf dem Flohmarkt die The Best of Blurr auf CD war happy, nun die Hits alle beisammen zu haben. Live gesehen habe ich Blur leider nie und auch sonst verbindet mich keine spannende Geschichte mit ihnen, die sich lohnen würde erzählt zu werden. Trotzdem stand es völlig außer Frage, dass Blur selbstverständlich ein Teil meiner Top 55 sein müssen...

15.    Snuff - Tweet Tweet MY Lovely (1998, Deceptive)
Auf Snuff bin ich erneut über meinen älteren Cousin Daune gestossen, der mir Snuff said... in jungen Jahren mal auf eine Kassette überspielt hatte. Ähnlich wie Leatherface waren Snuff auch Meister darin Coversongs so zu spielen, dass sie etwas eigenes hatten. So gefallen mir die Versionen von z.B. I Think We're Alone Now und I can see clearly now ganz hervorragend. Auch live sind/waren Snuff immer ein Wucht und es ist gänzlich unmöglich einfach nur still stehen zu bleiben. Mein Lieblingsalbum von Snuff ist allerdings Tweet Tweet My Lovely, dass ich mir damals in Derby/England gekauft habe, als ich 1998 dort gelebt habe. Ich hatte nur einen Ghettoblaster dabei und habe mir deshalb ausschließlich CDs gekauft und bin daher seit Jahren auf der Suche nach der Platte zu einem erschwinglichen Preis. Es freut mich sehr, dass Snuff immer noch/wieder aktiv sind und neue Musik veröffentlichen, noch mehr würde ich mich freuen, sie irgendwann mal wieder live sehen zu können. Take Me Home (Piss Off)...

16.    Guns’N Wankers - For Dancing And Listening (1994, Fat Wreck Chords)
Als Snuff-Fan stößt man natürlich auch auf  Guns’N Wankers, da Duncan Redmonds hier ebenfalls singt. Allerdings anders wie bei Snuff, spielt er bei G'N W sogar Gitarre anstelle von Schlagzeug. Leider besitze ich nur die Complilation der EPs auf Fat Wreck Chords, wo Fat Mike nur die beiden EPs Pop und Hardcore veröffentlicht hat und die EPs Metal und Silly leider nicht erscheinen. Mal sehen, ob ich irgendwann noch die originalen EPs auf 7" aufstöbern kann, oder zumindest die Compilation aller EPs auf 12". Live habe ich Guns’N Wankers leider auch nie, dafür diverse Male Snuff...

17.    Leatherface - Mush (1991, Roughneck Recording Company)
Das erste Mal live gesehen habe ich Leatherface während meiner Zeit in Derby, als sie 1998 im Victoria Inn gespielt haben. Zu der Zeit leider ohne Dickie Hammond. Dennoch hab ich die Show als großartig in Erinnerung und kaufte mir nach dem Konzert bei Frankie Stubbs persönlich für wenige Pounds die CD Discograpy Part One - live. Am 12.06.2000 spielten Leatherface im Cafe Panama in Fulda, wo ich zu der Zeit studiert habe. Backstage lief das Spiel Portugal gegen England der EM 2000. Nach einer 2:0 Führung von England ging das Spiel dann doch noch 2:3 verloren und Frankie war deswegen ziemlich angepisst! Als Frankie dann auf die Bühne kam, verschaffte er seinem Ärger erstmal Luft und äußerte sich zum Flyer für die Show: „Leatherface ain‘t no fucking Emocore, Leatherface are Punk fucking Rock!“ und dann spielten Leatherface eine herrlich intensive Show! Ich habe noch eine weitere schöne Geschichte zu Leatherface. Denn vor 20 Jahren ich mal Markus von den Kafkas meine CD von Horsebox geliehen. Nach ein paar Wochen entschuldigte sich Markus bei mir, sein Hausschwein hätte versehentlich meine CD gefressen! Markus hatte damals tatsächlich ein Hausschwein, das er glaube ich vor dem Schlachter gerettet hatte! Das hatte schon was kafkaeskes! Er gab mir zwar die Kohle für die CD, nur leider habe ich mir nie das Album nachgekauft gehabt... Mein Lieblingsalbum ist und bleibt jedoch Mush, das ich mir 1996 während einer Interrail Tour durch England mal in einem Second-Hand CD-Laden gekauft habe. Das ist nun schon ganz schön lange her und ich denke ich sollte mir dieses tollen Album bald mal auf Vinyl gönnen.

18.    Frankie Stubbs - Frankie Stubbs (2000, Sounds Of Subterrania)
Im Jahr 2000 gab es strange fruit noch nicht als Label, sondern wir als Distro standen wir mit ein paar Kisten auf Konzerten und haben Platten verkauft. Anfangs meist auf Kommisson oder über Whole-Sale und später dann meist durch Tauschen, um somit die eigenen Platten unters Volk zu bekommen. Von Gregor haben wir damals dann auch die 10" bekommen, auf der er 6 Songs von Frankie Stubbs veröffentlicht hatte. Als große Leatherface-Fans sicherten wir uns natürlich jeder gleich eine und auch die anderen Scheiben waren schnell vergriffen. Und so höre ich nun seit 20 Jahren diese Songs, die sich am besten mit einem abgewandelten Farin Urlaub Zitat aus dem Song Sumisu beschreiben lassen: "Und immer wenn ich traurig war und traurig war ich ziemlich oft. Dann saß ich in meinem Zimmer und da hörte ich Frankie Stubbs!". Live ist es leider eher eine tragische Liebe zu Frankie Stubbs. Als er 2019 unterwegs war, waren alle Shows so weit entfernt, so dass ich versucht habe meine Frau davon zu überzeugen, dass Regensburg doch sicherlich mal eine Reise wert sei. Schlußendlich wurde es dann doch eine Städtereise nach Straßburg, eine zauberhafte Stadt, die auf alle Fälle immer eine Reise wert ist. 2020 war ich dann hocherfreut, dass weitere Shows von Frankie angekündigt wurden. Zunächst war ich drauf und dran dafür extra nach Düsseldorf zu fahren, da auf dem OX-Fest auch noch Spermbirds mit von der Partie waren. Als dann allerdings auch eine Show in Berlin angekündigt wurde, wollte ich vernüftig bleiben und kaufte mir eben nur dafür eine Karte, schließlich war das Cassiopeia gleich um die Ecke. Tja und dann machte mir Corona einen Strich durch die Rechnung. Ob ich Frankie tatsächlich einmal Solo live sehen werde, steht seither wiederum in den Sternen. Bis dahin erfreuen ich mich jedoch an den vier neuen Songs, die er mit der Blood Orange Moon 7", nun 20 Jahre nach der 10" veröffentlicht hat. Auch würde ich mich sehr über ein Reissue seiner ersten 7" Unhinged von 1995 freuen, da das Original leider bei Discogs recht hochpreisig gehandelt wird.

19.    Doctor Bison -  The Bloated Vegas Years (1997, Workers Playtime)
Über Leatherface bin ich natürlich nicht nur auf die Solosachen von Frankie Stubbs aufmerksam geworden, sondern auch auf Musik, die Dickie Hammond noch mit anderen Bands veröffentlicht hat. Besonders am Herzen liegen mir dabei Doctor Bison. Die Compilation The Bloated Vegas Years fasst diverse EPs zusammen, die Doctor Bison Mitte der 90er veröffentlicht haben. Wie auch schon Snuff habe ich mir Doctor Bison irgendwann Ende der 90er in einem Second-Hand CD-Laden auf der Insel gekauft. Auch hier denke ich immer wieder, sollte ich mich einmal mit dem Rerelease auf Vinyl belohnen, den 2015 Boss Tuneage veröffentlicht hat. Leider habe ich Doctor Bison nie live gesehen, aber diese Songs werde ich mein Leben lang hören.

20.   Frank Turner - England Keep My Bones (2011, Epitaph)
Der Name Frank Turner schwirrte bereits schon länger in meinem Kopf herum und immer wieder hörte ich begeisterte Erzählungen von seinen Shows. Auch von seinen Alben hörte ich viel Gutes und daher kann ich es mir leider nicht erklären, warum ich so lange gebraucht habe, endlich auf Frank Turner anzuspringen. So eroberte er erst 2013 mein Gehör und mein Herz und mit zwei Jahren Verspätung lief das Album England Keep My Bones bei mir in Heavy Rotation. Auch live habe ich ihn dann erstmals zur Tour vom 2013er Album Tape Deck Heart gesehen. Dann eben schon im Huxleys anstelle all der kleinen Shows, die er u.a. im Ramones Museim gespielt hatte. Dafür spielte er dort mit seiner Begleitband The Sleeping Souls und fast das komplette Album England Keep My Bones und ich war im Siebten Himmel! Was für eine Show, was für eine positive Energie und als Zugabe sogar noch Redempation, da hatte ich echt Tränen in den Augen. Leider habe ich Frank Turner nach Tape Deck Heart wieder aus den Augen verloren und nicht mehr so richtig Zugang zu seinen neuen Alben gefunden, dafür rückblickend noch das Album Love, Ire & Song für mich entdeckt. So dass diese Trilogie und dieses eine Konzert nun für immer meins sind.

21.    This Ain’t Vegas - Funeral On Tuesday (2002, Jealous Records)
Damals mit strange fruit hatten wir natrürlich auch die Platten von Jealous Records im Distro. Zudem war immer wieder im Gespräch, auch mal eine Platte mit This Ain't Vegas zumachen, da wir beide voll auf This Ain't Vegas standen und sie musikalisch auch gut zu uns gepasst hätten. Aber wie so viele Platten, die wir schlußendlich gar nicht veröffentlichten haben, gab es auch nie eine Platte von This Ain't Vegas auf strange fruit. Dafür nutze ich meine Top 55 aus England, um diese tolle Band wenigstens in Erinnerung zu holen.

22.    Coldplay - Parachutes (2000, Parlophone)
Irgendwie ist mir bei Coldplay immer noch sehr das Video zu Yellow präsent, wie Chris Martin im Regen singend am Strand entlang läuft. Das Album Parachutes hatte ich mir jedoch erst nach A Rush of Blood to the Head geholt, nachdem Coldplay bereits rasand aufgestiegen sind. Für mich war dann mit X&Y der Höhepunkt erreicht und es war auch das letzte Album, das ich mir von Coldplay gekauft habe. Zu der Tour von X&Y habe ich Coldplay dann auch live in der Wuhlheide gesehen. Das Vorprogramm bestritten Richard Ashcroft (The Verve - Bitter Sweet Symphony) und Tomte, die damals bereits schon Songs von dem noch unveröffentlichten Album Buchstaben über der Stadt gespielt hatten! Die Show von Coldplay war der Knüller und die Bühnenpräsenz von Chris Martin unbeschreiblich! Allerdings spielten Coldplay im Anschluss für mich keine große Rolle mehr, auch wenn ich die ersten drei Alben noch immer gerne höre und ich mich auch sehr über den selbstironischen Auftritt von Chris Martin bei Modern Family gefreut habe.

23.    The Clash - Combat Rock (1982, CBS)
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir damals wenn Schuldisco war zu Should I Stay or Should I Go getanzt haben. Weitere Hits, die auch immer liefen, waren Lonely von The Police und Beds Are Burning von Midnight Oil. Viele Jahre später habe ich Berlin wieder zu The Clash getanzt, denn im Karrera Klub war Rock the Casbah eine feste Nummer! Ich wünschte ich könnte noch ganz viele Geschichten von oder über The Clash erzählen, aber leider wars das auch schon. Ich mag ja die Geschichte, die Thees Uhlmann gern erzäht, dass er damals The Pogues live gesehen hatte und sich in seimem jugendlichen Drang darüber geärgert hatte, dass Joe Strummer anstelle Shane MacGowan auf der Bühne stand. Aber leider habe ich nie The Clash oder The Pogues live gesehen und somit habe ich auch keine coole Geschichte zu diesem Beitrag. Allerdings wäre mir eine Top 55 aus England ohne The Clash völlig absurd vorgekommen.

24.    The Jam - The Very Best Of The Jam  (1997, Polydor)
Auch von The Jam besitze ich leider kein Album sondern nur eine Best of-CD. Viele Songs von The Jam kannte man von Parties oder aus der Disko. Aber so richtig habe ich mich erst The Jam anfangen zu interessieren, als ich die Coverversion von Town Called Malice von Pale gehört habe, die auf deren Album Razzmatazz (The Art At The Sands) veröffentlicht hatten. Im selben Jahr wurde Town Called Malice auch noch in einer meiner Lieblingsszenen in dem Film Billy Elliot - I will Dance verwendet, so dass ich mir die CD The Very Best Of The Jam gekauft habe und dort natürlich noch weitere Mod-Klassiker für mich entdeckt habe!

25. Pink Floyd - Wish You Were Here (1975, Harvest)  
1994 waren wir mit den Schule auf Studienfahrt in Prag. Vor Ort entdeckten wir, dass Pink Floyd am Abend in der Stadt spielen würden. Unklar war, ob es für das Konzert überhaupt noch Karten geben würde. Unser Musiklehrer, der übrigens Tscheche war, wollte uns dieses einmalige Erlebnis unbedingt ermöglichen und klemmte sich dahinter noch an Karten zu kommen. Tja und ich fällte in meinem jugendlichen Leichtsinn eine sehr dumme Entscheidung, nämlich gar nicht hinzugehen. Meine Klassenkameraden hingegen waren vom dem Konzert mehr als begeistert und das Internet berichtet von 150.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Im Nachhinein betrachtet wäre ich doch sehr gern einer davon gewesen...

26.    The Cure - Boys Don't Cry (1980, Fiction Records)
Man möge meinen, ich hatte zu The Cure ein spannende Geschichte zu erzählen, da ich diese immerhin 2005 live in der Wuhlheide erlebt habe, aber dem ist leider nicht so. Meine Erinnung an das Konzert ist viel mehr, dass es mir endlos lange vorkam und ich leider vergeblich auf  Hits, wie The Lovecats, Lovesong, Friday I'm in Love und Close To Me wartete. Für mich, der ich The Cure hauptsächlich von MTV her kannte, war dies dann doch eher enttäuschend und ich war froh, dass ich durch mein Praktikum bei Universal Music, nicht auch noch ein Haufen Geld für die Karten ausgegeben hatte. So kann ich zwar immerhin sagen, dass ich The Cure einmal live gesehen habe, aber wahre Liebe ist das leider nicht...

27.    Led Zeppelin - Untitled (IV) (1971, Atlantic) 
Als ich 1993 bei Rock am Ring war, spielten neben Def Leppard auch Robert Plant und Brian May. Näher kam ich dann nie mehr, Led Zeppelin und Queen live spielen zu sehen. Leider lässt mich sowohl meine Erinnerung als auch einen meiner Lieblingswebseiten setlist.fm im Stich. Da ich mich leider nur erinnern kann, dass Robert Plant auf alle Fälle Whole Lotta Love gespielt hatte. Aber vermutlich gab er auch noch weitere Led Zeppelin Songs zum Besten. 

28.    Deep Purple - Deep Purple In Rock (1970, Harvest)
OK, Deep Purple sind wieder so eine Band an der man, wenn man sich in jungen Jahren für Rockmusik interessierte, nicht vorbei kam. Allerdings war ich nie besonderer Diehard Fan und habe die Band leider auch nie live gesehen. Heutzutage würde mich ein Deep Purple Konzert auch nur noch bedingt reizen, zumal Child in Time nun schon länger nicht mehr live gespielt wird...

29.    Radiohead - Pablo Honey (1992, Parlophone)
Radiohead waren leider irgendwie auch nie so meine Band, auch wenn ich mir damals durchaus ein paar Alben von ihnen gekauft habe. Meine prägnanteste Erinnerung an Radiohead ist, wie sie 1994 in der Mittagssonne bei Rock in Riem auf der viel zu riesig wirkenden Bühne Creep gespielt haben. Allein schon dieser Moment rechtfertigt die Nennung in dieser Liste. Ok, ich werd mir mal wieder OK Computer anhören müssen, vielleicht schaffe ich es irgendwann mal, eine emotionale Verbindung zu diesem Album aufzubauen.

30.    Amy Winehouse - Back in Black (2005, Universal Records)
Beim Erstellen der Liste war mir erneut aufgefallen, dass wieder viel zu wenige Frauen darin auftauchen und darüber habe ich mich erneut geärgert. Aufmerksam wurde ich auf Amy Winehouse als ich ihren Song Rehab auf Flux FM gehört habe. 15 Jahre später hört sich ihre Musik noch immer zeitlos an. Schade nur, dass sie viel zu früh gestorben ist und dem Club 27 beigetreten ist.

31.    And None Of Them Knew They Were Robots -  Victory As A Drug (2003, Jealous Records)
Und noch einmal Jealous Records, dieses Mal mit And None Of Them Knew They Were Robots. The Robots kamen meines Wissens nach nie auf Tour nach Deutschland und dürften folglich völlig unbekannt sein. Die EP Victory Is A Drug ist allerdings klasse und absolut hörenswert. Zudem haben sich Jealous Records wieder viel Mühe gegeben, dass das Artwork klasse aussieht. Schade nur, dass damals CD das Format der Stunde war und Vinyl kaum eine Rolle spielt...

32.    Spy Versus Spy - Spy Versus Spy (1998, Subjugation)
Während meiner Zeit in Derby/England habe ich auf den Shows im Victoria Inn Adz kennengelernt, der auch ein Fanzine names Wigout gemacht hat. Mit ihm habe ich angefangen Mixtapes zu tauschen und darüber habe ich u.a. auch Spy Versus Spy kennengelernt. Im Fracture, einem sehr coolen Magazin über Hardcore, Emo und Punk, wurde ebenfalls über Spy Versus Spy berichtet und ich hatte sogar mal das Glück die Band live im Vorprogramm von The Appleseed Cast zu sehen. Das war dann allerdings im Cafe Panama in Fulda, wo, wenn ich mich recht erinnere, auch Sometree mitgespielt haben. War damals einfach eine spannende Zeit...

33.    Levellers - Levelling The Land  (1991, China Records)
Wie bereits bei meinem Beitrag von The Police erwähnt, bin ich 1994  zum ersten Mal mit Freunden im Urlaub gewesen. In Schottland sind wir den West-Highland Way von Glasgow nach Fort Williams gelaufen. Folk bzw. auch gern die Verbindung zu Punk standen zur der Zeit hoch im Kurs und auch in meine Sammlung fanden Alben von The Pogues und Levellers Einzug, bzw. es wurden Konzerte von den schottischen Nyah Fearties und den heimischen Vertretern The Coalminers' Beat besucht. Allerdings so richtig durchsetzen konnte sich bei mir dieser Musikstil nie, so dass die populären Vertreter wie Dropkick Murphys und Flogging Molly überhaupt nie gehört wurden. Aber beim Zusammenstellen meiner Top 55 bin ich wieder auf Levelling the Land gestossen und war erstaunt, wie bekannt mir die Songs nach all den Jahren noch immer waren. Ich muss das Album damals wirklich häufig gehört haben und auch live habe ich die Levellers mal erlebt gehabt, 1995 im Arts & Craft in Neu-Ulm mit Compulsion im Vorprogramm, die mir damals auch sehr gut gefallen haben. Daher wollte ich die Levellers unbedingt in meiner Top 55 mit dabei haben und gebe ihnen sogar noch Vorzug vor The Pogues, was manche vermutlich als Frevel ansehen werden...

34.    New Model Army - The Ghost Of Cain (1986, EMI)
Bei New Model Army muss ich natürlich sofort an 51st State denken und daran, dass ich mal in Stuttgart im Longhorn beim Konzert war und nachts noch bei Schneewehen nach Fulda gefahren bin, da ich am nächste Tag eine Vorlesung hatte. War jetzt leider nie eine Band, die mir total viel bedeutet hätte, aber eine Top 55 aus England ohne New Model Army wäre mir, wie schon bei The Clash, irgendwie absurd vorgekommen...

35.    The xx - XX (2009, Young Turks)
Als 2009 das Debütalbum von The xx veröffentlicht wurde, zogen mich die Songs sofort in ihren Bann. Schade nur, dass der Hype um die Band so groß war, dass ich sie leider nie live gesehen habe. Die Show 2009 im Lido war sofort ausverkauft und die Show ein paar Monate später im Astra leider auch. Für die Show 2012 im Admiralspalast gab es sogar eine Lotterie dafür, wer Tickets erwerben durfte, aber selbst dort hatte ich kein Glück und 2013 als The xx ein eignes Festival im Spreepark spielten, war mein Interesse dann bereits verflogen...

36.    Spice Girls - Spice (1996, Virgin)
Wie bereits erwähnt, kommen leider viel zu wenige Frauen in meinen Top 55 aus England war, daher an dieser Stelle volle Girl Power mit den den Spice Girls! Klar ist Wannabe der Hit schlechthin, aber ich kann sogar sagen, dass ich Sporty Spice sogar schon mal live gesehen habe, als Mel C 2006 bei Arena of Pop in Mannheim gespielt hat. Damals haben da auch noch Tokio Hotel und Peilomat gespielt gehabt und Wikipedia hat mir noch verraten, dass auch Fool's Garden, Max Mutzke und Juanes bei dem großen Umsonst und Draußen Festival gespielt haben, allerdings kann ich mich daran nicht mehr erinnern, auch nicht, dass über 100.000 Zuschauer*innen dagewesen sein sollen. Manchmal ist es eben auch gut, Sachen einfach zu vergessen...

37.    Dare - Out Of The Silence (1988, A&M Records)
Viel zu lange hatte ich Dare gar nicht auf dem Schirm, bis ich letztes Jahr einen Abend bei meinem alten Kumpel Sven verbracht habe, wir gequatscht haben und viel Musik gehört haben, hauptsächlich Dare! Ich war ziemlich von den Socken, dass ich Out Of the Sielence nicht schon damals kennengelernt haben, denn der poppig rockige Sound ist ideal mein Fall. 1985 gründete Darren Wharton (Thin Lizzy) mit Vinny Burns (Ultravox, Asia) Dare und veröffentlichten mit ihrem Debütalbum gleich ein Meisterwerk des AOR-Rocks! Neben dem Debütalbum haben es mir vor allem auch das 1991er Album Blood From Stone und das 2016er Album Sacred Ground angetan. Zu meinem Glück kamen Dare nur wenige Wochen, nachdem ich die Band über Sven kennengelernt habe, für ein Konzert nach Berlin. Das Bi Nuu war zwar nur spärlich besucht, aber die anwesenden Fans feierten die Band frenetisch. Ich war auch ganz begeistert und hatte gehofft, dass es Sacred Ground beim Konzert auf Vinyl zu erwerben gibt. Leider musste ich feststellen, dass es dieses großartige Album (noch) gar nicht auf Platte gibt. Auf Facebook hatte ich die Band angeschrieben und nachgefragt, ob es nicht Pläne gibt den Vinyl-Hype auch für Dare zu nutzen. Darren selbst antwortete mir sogar, fühlte sich geschmeichelt, aber meinte, dass es bisher keine Pläne diesbezüglich gäbe. Hmm, schade, irgendwann muss ich dann doch mal, wenn ich Zeit und vor allem Geld habe, wieder ein Label gründen, dann dann würde ich Sacred Ground auf alle Fälle rausbringen und Hard Times von Crime selbstverständlich auch.

38.    Sex Pistols -  Never Mind The Bollocks Here's The Sex Pistols (1977, Virgin)
Irgendwie konnte ich mich nie mit der No Future Attitüde des englischen Punk identifizieren. Auch das Anrotzen von Bands auf der Bühne finde ich ziemlich widerlich. Da liegt mir der amerikanische Punk von meinen Helden, wie z.B. Minor Threat inhaltlich und auch musikalisch tausendmal mehr. Aber ohne die Sex Pistols konnte ich mir meine Top 55 aus England nun auch nicht vorstellen. Daher, hier ist sie nun Never Mind The Bollocks Here's The Sex Pistols. 

39.    More Than Life - What's Left Of Me (2014, Holy Roar Records)
More Than Life sind auch eine dieser Bands, die sich leider nach imer Meisterwerk sang- und klanglos veranschiedet haben. Als ich More Than Life damals in Vorprogramm von Defeater im Cassiopeia live gesehen habe, war ich schon beeindruckt, aber er mit der Veröffentlichung von What's Left Of Me war ich restlos begeistert. Verrückt, dass das nun auch schon wieder 6 Jahre her ist. Keine Ahnung, ob man More Than Life je zu der Post-Hardcore Bewegung um Bands wie Defeater, Touche Amore etc. dazugezählt hat. Wenn dies der Fall sein sollte, dann ist What's Left Of Me auf alle Fälle dasvon mir  am meist gehörte Album aus dieser Zeit!

40.    Sweet -  Live at the Marquee (1990, Maze)
Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann genau ich zum ersten Mal auf The Sweet aufmerksam geworden bin. Auf alle Fälle waren es Coverversionen von The Sweet songs, die mich auf die Band neugierig machten. Walter Elf haben 1990 auf der Dedication EP Action gecovert gehabt, zwei Jahre später coverten auch Def Leppard für die B-Seite von Make Love Like a Man diesen Song und wenn zwei meiner absoluten Lieblingsband diesselbe Band bzw auch noch denselben Song covern, dann kann der ja  nur gut sein. Im selben Jahr wurde in Wayne's World dann auch noch Ballroom Blitz von Tia Carrere gecovert und ich war wieder hin und weg. 1992 kaufte ich mir dann auch noch die Compilation The Lion Rocks Tonight, wo mit Ballroom Blitz dann endlich auch mal ein originaler Song von The Sweet mein Gehör fand. Wobei ich später herausfinden musste, dass deren Songs vom Produzenten-Team Nicky Chinn und Mike Chapman geschrieben wurde, aber egal! So ergab es sich, dass ich 1994 die Gelegenheit ergriff The Sweet live zu sehen, da diese auf so einem Bikerfest auf der Alb gespielt haben. Keine Ahnung, ob da außer Andy Scott noch jemand von der Originalbesetzung dabei war, aber toll war es trotzdem.

41.   Genesis - Invisible Touch (1986, Virgin Records)
An dieser Stelle stand ursprünglich ein Beitrag über Eric Clapton. Aufgrund der Zusammenarbeit von Eric Clapton mit Van Morrisson bei einem sogenannten "Anti-Mask"-Song, wollte ich ihn lieber nicht mehr in meinen Top 55 haben. Somit rücken Genesis mit Invisible Touch nach, die 1986 mit ihrem bereits 13. Album einen weltweites Hitalbum, veröffentlicht haben. Passenderweise könnte man den Song Land of Confusion 34 Jahre nach seiner Veröffentlichung auch bezüglich des Brexits bzw. dem Umgang mit Corona interpretieren. We Can't Dance war dann sogar nochmals erfolgreicher als sein Vorgänger, allerdings verbinde ich damit hauptsächlich die nervige Single I can't Dance und den Golf Genesis und somit den Höhepunkt von Kommerzialisierung von Musik. Außerdem wurden 1991 dann mit dem schwarzen Album von Metallica und Nevermind von Nirvana Alben veröffentlicht, die für mich zu diesem Zeitpunkt dann wesentlich interessanter waren.

42.    David Bowie - Heroes (1977, RCA Victor)
Es gibt Tage da bin ich einfach nur angenervt von Berlin und würde am Liebsten in das Dorf zurückkehren, das ich vor 23 Jahren verlassen habe. Aber dann gibt es wieder Momente, an denen ich z.B. an dem Haus vorbeikomme, in dem David Bowie gelebt hat und ich erinnere mich wieder daran, warum ich damals vom Dorf in die große Stadt wollte. Dort war mir in jungen Jahren alles zu klein und unbedeutend ohne irgendwelche popkulturelle Referenzen. Heutzutage liegen dort immerhin noch die Restbestände von strange fruit in meinem alten Jugendzimmer. Mit David Bowie hat die Welt vor 5 Jahren einen ganz großen Künstler verloren und er musste einfach mit in meinen Top 55 mit dabei sein...

43.    Pet Shop Boys - Actually (1987, Parlophone)
Dass ich neben Rock auch auf Pop Musik stehe, dürfte hinreichend bekannt sein. Aber dass von Pet Shop Boys in meinen Top 55 auftauchen dürfte ggf. einige verwundern, dabei hatte ich sogar auch noch Right Said Fred in engerer Auswahl! Neben meinem Cousin Daune, von dem ich Punk und Hardcore kennengelernt habe, habe ich auch noch einen weiteren älteren Cousin Ralf, der eher auf Bands wie Depeche Mode, Pet Shop Boys und Duran Duran stand und zudem auch ne Friese wie Limahl hatte. Tja und so fanden eben auch schon recht früh Scheiben von Pet Shop Boys den Weg in meine Sammlung, zumal sie damals bei MTV ja auch rauf und runter liefen. Aber gute Popmusik trifft bei mir immer auf ein offenes Ohr!

44.    Limahl - The NeverEnding Story (1984, EMI)
Wie eben bei Pet Shop Boys schon erwähnt hatte mein älterer Cousin Ralf damals eine Friese wie Limahl. Der Song wurde durch den gleichnamigen Film zum Welthit und Limahl zum Star in der BRAVO. Das Buch von Michael Ende habe ich glaube ich erst später gelesen. Wie auch immer, großartiger Song von Giorgio Moroder und Keith Forsey, performt von Limahl und Beth Anderson.

45.    Joy Division - Love Will Tear US Apart (1980, Factory)
Love Will Tear Us Apart, ich denke mehr muss ich dazu nicht sagen...

46.    Mega City Four - Miles Apart (1988, Primitive Records)
Auf Mega City Four wurde ich erst durch The Miles Apart aufmerksam, die sich nach deren Songs benannt haben, nachdem Valentino aus Eversor ausgetreten war und Marco und Lele unter neuen Namen weiter machen wollten. Auf alle Fälle bin ich ihnen dafür sehr dankbar, sonst wäre diese tolle Band womöglich ungehört an mir vorbei gezogen...

47.    The Primitives - Crash (1988, RCA)
Nachmal reicht eben einfach auch nur eine tolle Single aus, um in meinen Top 55 einen Platz zu finden. Mehr besitze ich nämlich von The Primitives gar nicht, als die 7" von ihrem Smashhit Crash! Besser klang die Fusion von Rock und Pop nie und ich bin froh, noch eine tolle Band mit einer Frau mit dabei zu haben.

48.    Depeche Mode - Enjoy The Silence (1990, Mute)
Hmm, Depeche Mode auch so eine Band, die ich nie wirklich geliebt habe, aber die einfach eine Menge Songs geschrieben haben, die ich gerne höre und die nicht übers Herr bekommen hätte, sie nicht in meinen Top 55 aufzuführen. So here we go, Enjoy the Silence...

49.    Keane - Hopes And Fears (2004, Island Records)
Keane sind auch so eine Band, die ich mit der Zeit verbinde, als wir nach Berlin gekommen sind. Das Album lief damals in Heavy Rotation und die Hitdichte war wirlich enorm. Allerdings hielt mein Interesse an der Band nicht wirklich lange und so verblieb Hopes and Fears das einzige Album von Keane in meiner Sammlung. 

50.    Bloc Party - Silent Alarm (2005, Wichita)
Auch von den ganzen Bands von 2005 sind Bloc Party für mich die Band, die ich auch heute noch gerne höre. Die ganzen anderen Bands von damals Arctic Monkeys, Maximo Park, Kaiser Chiefs und wie sie alle hießen und im Karrera Klub rauf und runter liefen, können mich heute leider nicht mehr wirklich begeistern und deren Alben sind im Regal ganz nach hinten gewandert. Die Show von Bloc Party 2005 im Postbahnhof war der Wahnsinn und auch 2009 habe ich mich gefreut sie nochmals live auf dem Melt Festival zu sehen.

51.    Dina / The Atlantic Monthly Split-7" (2001, Fire Walk With Me)
Vermutlich war es 2001 als ich Dina (England) zusammen mit The Atlantic Monthly (Österreich) im Vorprogramm von The Miles Apart (Italien) live gesehen habe. Tolle Show mit drei großartigen europäischen Bands.  Mit Thomas Reitmayer von Fire Walk With Me haben wir daraufhin immer wieder Platten getauscht und er hatte dann auch noch die Vinylversion von Crush My Calm gemacht, während die CD auf strange fruit veröffentlicht wurde. Dann im Mai der große Schock, dass Thomas viel zu jung verstorben ist. Der Gedanke, dass seine kleine Tochter ohne ihren Vater aufwachsen muss, machen mich noch immer tief traurig. Dina haben mit ihrem Song Dickie Hammond auch noch eine Referenz an Leatherface und Doctor Bison.

52.    Bivouac - Full Size Boy (1995, Geffen Records)
Wie bereits bei Spy Versus Spy erwähnt habe ich während meiner Zeit in Derby/England auf einer der zahlreichen Shows im Victoria Inn Adz kennengelernt. Wir freundeten uns an und schickten uns gegenseitig Mixtapes zu. Über Adz bin ich damals nicht nur auf Spy Versus Spy, sondern auch auf Broccoli aufmerksam geworden. Auf einem Mixtape hatte mir Adz dann einmal Bivouac, eine lokale Band aus Derby aufgenommen, und ich war begeistert. Schön groovig, geht in Richtung Quicksand nur mit nem Alternative Touch...

53.    James Yuill - Turning Down Water For Air (2008, Moshi Moshi Records)
James Yuill habe ich vermutlich über Flux FM kennengelernt, die damals noch Motor FM hießen. Der Indietronic Soudn ging sofort ins Ohr und begeisterte nachhaltig. Ich bin sehr froh darüber, einmal die Gelegenheit gehabt zu haben, James Yuill im Comet Club live erleben zu dürfen. Es war zunächst schon sehr eigenartig ihn allein hinter diversen Syntheziern, nem MacBook und sonstigen Kram stehen zu sehen und Musik zu machen. Hin und wieder kam natürlich auch eine Gitarre zum Einsatz die dann geloopt wurde. Nach dem zweiten Album habe ich zwar James Yuill irgendwie aus den Augen verloren, aber This Sweet Love bleibt...

54.    get cape, wear cape, fly - The Chronicles Of A Bohemian Teenager (2006, Atlantic Records)
Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann oder wo ich auf Sam Duckworth aka get cape, wear cape, fly aufmerksam geworden bin, vermutlich auch auf Motor FM. Allerdings kann ich mich genau daran erinnern, wo ich mir The Chronicles Of A Bohemian Teenager gekauft habe, nämlich in einem Second Hand Laden in der Lower East Side von Manhattan. Wie James Yuill habe ich damals auch get cape, wear cape, fly im Comet Club live gesehen und auch wie bei James Yuill habe ich get cape, wear cape, fly nach dem zweiten Album aus den Augen verloren, aber The Chronicles Of A Bohemian Teenager (Part Two) bleibt für immer...

55.    The Smiths - The Queen Is Dead (1986, Rough Trade)
Hmm, nach der ganzen Kacke, die Morrissey immer wieder von sich gibt, habe ich mich dazu entschieden You Are the Quarry nicht in meine Top 55 aufzunehmen. Aber dann dachte ich mir, warum Johnny Marr damit ebenfalls zu bestrafen und The Smiths auch zu verbannen. Darum gibt es an dieser Stelle eben doch The Smiths, eben weil es da ein Licht gibt, das niemals ausgeht...


So, nun ist es geschafft und ich bin froh, dass ich mit meinen Top 55 aus England nun ein tollen Ersatz für den Blogpost meiner besuchten Konzerte habe, da ich in diesem Jahr wegen Corona nur eine Show gesehen habe. Wie auch immer, es hat mir auf alle Fälle großen Spaß gemacht, durch meine Sammlung zu gehen und ein paar Anekdoten niederzuschreiben, zudem gibt es ja wieder eine tolle Best-of Top 55 Playlist auf Spotify, so dass es neben dem ganze Geschriebse auch etwas zu hören gibt.

Wer auch noch Bilder von den ganzen Platten sehen möchte, möge mir dazu auf meinem Instagram-Account folgen.