Mittwoch, 6. Dezember 2023

strange is the new fruit - Jahrescharts 2023

Die besten Musik 2023

In diesem Jahr musste ich dann doch mal die Headline ändern, anstelle von die besten Alben, beste Scheiben oder beste Platten, einfach die beste Musik 2023! Dies liegt zum einen daran, dass mittlerweile die Preise für Vinyl so hoch sind, dass ich mir einfach nicht mehr alles leisten kann und möchte, was ich gern hätte. Aber auch, dass nicht alles unbedingt auf Vinyl verfügbar ist, wie z.B. Hischaboggl. 

Aus finanziellen Gründen habe ich auf den Kauf der neuen EP von Ghost und des Albums mit neuen Versionen von Klassikern von Def Leppard verzichtet. Auch habe ich z.B. das Album von Romy, das ich aktuell häufig auf dem Weg zur Arbeit höre, nicht gekauft, da ich die Platte zuhause vermutlich nur sehr selten auflegen würde. Auch sind einige Scheiben, die ich mir gerne gekauft hätte, einfach nicht verfügbar gewesen, wie z.B. das Album von Vännäs Kasino oder aber die EP von Nowheres, bei der allein 20 Euro für Porto fällig gewesen wären. Aber ich möchte mich nicht beklagen, es gibt wichtigere Dinge als Platten zu kaufen, immerhin konnte ich in diesem Jahr wieder zu Shows gehen und habe dazu auch einen Blogpost veröffentlicht. 

Anyway, unlike 200720082009201020112012201320142015, 2016 sondern wie schon 201720182019,  20202021 und 2022 gibt es auch in diesem Jahr erneut die Top 9 der besten Alben 2022 in no particular order:

Leiah - Endless (Thirty Something Records)

Bei einem Jahresrückblick ist es immer wichtig, auch die Alben im Blick zu haben, die bereits zu Jahresbeginn veröffentlicht wurde. Nachdem es 2018 bereits schon mal drei tolle neue Singles von Leiah gab und 2019 sogar ein Konzert in Berlin gespielt haben, grenzt es für mich trotzdem an einem Wunder, dass Leiah 2023 ein neues Album veröffentlicht haben, 21 Jahre nach ihrem dritten und bisher letzten Album. Als langjähriger Fan kannte ich zwar bereits einige Songs in anderem Gewand, so wurde der Song Teeth, der bereits schon einmal mit Ikaros veröffentlicht wurde, neu aufgenommen und dieses Mal auf den mehrminütigen Prog-Part verzichtet und auch zwei von den bereits erwähnten Singles von 2018 sind auch auf dem Album vertreten. Aber auch ganz neue Songs, wie I Do und The Deserter haben mich dermaßen umgehauen, dass ich mir wünsche Leiah in möglichst vielen Jahrescharts wieder zu sehen, was aber vermutlich nicht geschehen wird, warum auch immer...

Hischaboggl - Ed ganz bacha (Hischaboggl self-released)

Bei Hischaboggl scheiden sich die Geister, da nicht alle deren Schwoba-Metal verstehen. Sicherlich ist es von Vorteil, wenn man des schwäbischen Dialektes mächtig ist und auch der Humor dahinter, wird unter Umständen nicht verstanden, wenn man nicht von dort ist. Hischaboggl kommen aus meiner Heimatstadt Geislingen an der Steige und Auschi kenne ich schon seit 35 Jahren, weshalb ich da sicherlich nicht ganz unvoreingenommen bin. Aber ich finds echt genial und bin absolut begeistert, da auf der EP ein Hit nach dem anderen folgt. Zudem bin ich echt happy, dass ich bei der allerersten Show von Hischaboggl live dabei sein konnte und bin sehr gespannt, was da noch alles kommen wird!

Tiger Lou - Acts (Startracks)

Mit dem neuen Album von Tiger Lou habe ich mir anfangs wieder schwer getan, wie seit The Loyal  mit jeden Album, das Rasmus Kellerman seit dem veröffentlicht hat. Aber wie auch schon bei den Alben davor, kriegt er mich dann irgendwann doch und ich bin sehr froh, dass ich auch dieses Mal dabei geblieben bin. Bei Tiger Lou hat sich viel getan in den letzten Jahren und das Thema Trennung tritt auf mehreren Ebenen auf. So haben sich nicht nur Rasmus und Andrea getrennt, sondern auch Mathias und auch Erik haben die Band verlassen. Allerdings freu ich mich schon riesig auf die Show von Tiger Lou im Februar 2024 in Berlin, zumal dann auch Andreas dabei sein wird, der damals schon bei Torpedo gesungen hat. 

 

As Friends Rust - Any Joy (End Hits Records)

Bei As Friends Rust verhält es sich ähnlich, wie bei Leiah. Auch As Friends Rust hatten 2020 eine 7"-Single mit zwei tollen Songs veröffentlicht, um dann 21 Jahren nach A Young Trophy Band In The Parlance Of Our Times nun plötzlich mit einem neuen Album zu überraschen. Die Songs sind toll und As Friends Rust klingen nach As Friends Rust im Jahr 2023 und gern hätte ich noch mehr Songs, wie No Gods, Some Masters gehört, da ich mich ein wenig daran störe, dass eine Platte mit 7 Songs unter 25 Minuten als Album vermarktet wird. Klar weiß ich, dass Hardcore Klassiker, wie Start Today oder The Crew alle so eine kurze Spielzeit haben, aber dort bekommt man wenigstens noch mehr Songs. Selbst wenn es nur so ein kurzer Knaller gewesen wäre, wie das 11-sekündige Fire On 8th And 3rd, den As Friends Rust 1999 rausgehauen haben. Aber es gibt nichts zu beklagen, denn ich hab ja immerhin 7 neue Songs von As Friends Rust, das hätte ich vor 20 Jahren nicht mehr für möglich gehalten!

Robocop Kraus  - Smile (Tapete Records)

Ok, noch eine Band, die plötzlich nach 16 Jahren wieder mit neuer Musik aufspielen sind Robocop Kraus. Das "The" wurde schon damals beim 2007er Album Blunders and Mistakes abgelegt. Allerdings hatte ich die Robos nach dem Ausstieg von Johannes Uschalt nicht mehr weiter verfolgt gehabt, weshalb es auch das einzige Album ist, das ich nicht in meiner Sammlung habe. Bei Smile ist auch Jo wieder mit dabei und es ist schön, dass es die Robos wieder gibt. Leider habe ich das Live-Comeback verpasst, aber hoffentlich gibt es nun ja auch zukünftig mal hin und wieder eine Show. Die Folge von Chateau Disaster mit Jo und Thommy hat die alte Liebe wieder aufflammen lassen und darüber freuen ich mich sehr!

Nowheres - Last Dance First (Genet Records)

Der Song Breaking von Nowheres hat für mich so ein As Friends Rust Feeling, er wurde bereits vorab als digitale Single 2022 veröffentlicht und seither unzählige Male von mir gehört! Auch bei der recht neuen Band Nowheres schwingt sehr viel Nostalgie mit, da Mathias damals auch schon bei Neverending... gesungen hat, die für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Auch dass die EP über Genet Records veröffentlicht wurde, erhöht den Nostalgie-Faktor noch einmal zusätzlich. Traurig ist nur, dass es mir bisher nicht möglich war, die Platte irgendwo bezahlbar zu bekommen, ohne dass noch 20 Euro zusätzlich an Porto fällig waren. So ist es halt, wenn ein belgisches und ein schwedisches Label eine Platte veröffentlichen und selber vertreiben. Früher hätte ich die 12" vermutlich in einer Plattenkiste bei einem Konzert bekommen, aber die Zeiten haben sich geändert und nicht mal beim Refuse Records Fest, geschweige denn in Schweden bin ich fündig geworden. Aber was soll ich mich beschweren, früher hätte dies bedeutet, dass ich die Songs auch nicht hören hätte können und dank Spotify ist dies ja dennoch ohne Probleme möglich, schöne neue Welt...

Tearjerker - Tearjerker (Little Rocket Records)

Auch Tearjerker konnten mich bereits 2022 mit den beiden digitalen Singles Done and Dusted sowie Love Being Alone absolut überzeugen, weshalb die Veröffentlichung des Debütalbums dieser Band aus Sunderland schon mit großer Vorfreude erwartet wurde. Zum Glück war die Platte auf dem englischen Label Little Rocket Records auch in Deutschland bei Sound of Subterrania erhältlich, ohne dass wieder eine horrende Summe für Porto fällig war. Bei Love Being Alone singt auch Frankie Stubbs (Leatherface) eine Strophe mit und somit dürfen Tearjerker wohl das Erbe von Leatherface als beste Punkband aus Sunderland antreten. Wann und ob es die Band auch mal hierzulande mal live zu erleben gibt, steht noch in den Sternen, ich würde mich jedoch riesig freuen!

Romy - Mid Air (Young)

Romy Madley Croft ist die Sänger von The xx, die mich 2009 nachhaltig mit ihrem Debütalbum begeistert  haben. Das nachfolgende Album Coexist habe ich dann 2012 auch noch gekauft und gehört, dann allerdings die Band weitestgehend aus den Augen verloren und 2017er Album I See You noch nie bewusst gehört. Keine Ahnung, wie in plötzlich auf das Solodebüt von Romy aufmerksam geworden bin, aber irgendwo hatte ich etwas von EuroDance-Einflüßen gelesen und das hatte mich neugierig gemacht. Schon die ersten Songs Loveher, Weightless und The Sea konnten mich überzeugen und auch Strong finde ich einen ganz starken Song! Meistens höre ich das Album über Kopfhörer auf dem Weg zur Arbeit und freu mich einfach es für mich entdeckt zu haben. Wie nachhaltig dieses Album für mich sein wird, kann ich noch nicht sagen, aber im Moment höre ich es gern und oft, so dass Romy bei Spotify sogar in meinen Top 5 gefeatured wurde.

Vännäs Kasino - Vännäs Kasino (Cloudshill Records)

Vännäs Kasino ist die neue Band von Sara Almgren und Dennis Lyxzen, die auch bei INVSN zusammenspielen, bzw. schon bei The (International) Noise Conspiracy miteinander gespielt haben. Mit dabei ist außerdem Thomas Hedlund, dessen Bandhistorie ähnlich umfangreich ist, wie die von Dennis und zahlreiche Bands umfasst, die ich gerne mag, wie z.B. Cult of Luna, Khoma, Plastic Pride, The Perishers, ja sogar bei Deportees und Phoenix spielt bzw. spielte er Schlagzeug!

Als Dennis das Album über Instagram zum Verkauf angeboten hatte, habe ich gezögert, da zu den 30 Euro für das selbstgesprühte Cover auch noch 20 Euro Porto aus Schweden fällig gewesen wären. Die 500er Auflage über Cloudshill war zunächst leider nirgends erhältlich und dann ausverkauft. Nun bin ich gespannt, ob das Album nochmals neu auf Vinyl aufgelegt wird, ansonsten muss ich es eben weiterhin digital hören, was aufgrund des tollen Adventskalender der Band nun jetzt erst möglich ist, da ab 1. Dezember, jeden Tag ein Song über Bandcamp veröffentlicht wurde! Ob und wenn ja, wie lange die Songs auf Spotify verfügbar sein werden, ist noch nicht bekannt. Schade wärs, wenn dieses tolle Album nicht gehört werden würde. Auch live würde ich mich sehr über Vännäs Kasino freuen!

Ich freu mich, dass es in diesem Jahr wieder meine Jahrescharts mit Texten gibt, das war im vergangenen Jahr doch ganz schön schade. Ich bin gespannt, wie sich das mit den Vinylpreisen weiterentwickelt, aber günstiger werden sie wohl nimmer werden. 

Über Startracks wurden 2023 auch noch zwei neue 7"s von Abhinanda und Fireside veröffentlicht. Anfangs hatte ich wegen Porto erneut gezögert, da die schicken Pressungen im bunten Splatter-Look nur direkt im Shop bei Startracks erhältlich waren. Fredrik meinte dann jedoch, dass ich die Abhinanda unbedingt bräuchte und er sie mir ohne Porto zu berechnen schicken würde. Zu meiner Überraschung war dann auch noch die limitierte 7" von Fireside mit dabei. Fredrik ist halt echt der beste Typ, tack så mycket!

Was ich noch erwähnen möchte, ist die YouTube Sendung Dennis Deep Cuts, in der Dennis Lyxzen über seine Plattensammlung spricht und zu bestimmten Thema dann Alben und 7"s vorstellt. Ich freu mich immer, wenn es eine neue Folge gibt und hoffe, dass Dennis, neben seinen vielen Bands, das auch weiterhin machen wird.

Anbei noch ein Link zur Playlist auf Spotify, wo es neben den vorgestellten Bands auch noch weitere Musik zu hören gibt, die ich in diesem Jahr gehört habe.

Ansonsten wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen schönen Nikolaus Tag und noch eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten, Happy Chanukka und einen guten Rutsch ins neue Jahr!



Dienstag, 5. Dezember 2023

strange is the new fruit - der Konzertbericht 2023

 The Show Must Go On

Wie Freddie Mercury auf dem letzten Album von Queen vor seinem Tod schon sang: „The show must go on“! So musste es auch nach Corona irgendwann mal wieder mit Konzerten losgehen. Vor der Pandemie war ich 2019 bei über 30 besuchten Shows im Jahr und mit Ausnahme von Die Ärzte war ich während den drei Jahren der Pandemie bei keinem weiteren Konzert! Zwar gab es ja schon recht früh wieder Konzerte, die draußen stattgefunden haben, wie z.B. Wiebusch/Bosse/Uhlmann, aber mit Strandkorb auf der Rennbahn Hoppegarten fühlte es sich für mich nicht wie das Konzert an, das ich gern erleben wollte. Auch ließ ich 2022 die Show sausen, als Hot Water Music zusammen mit Boysetsfire, Samiam und Be Well unterwegs waren. Das Konzert fand in der Columbiahalle statt, aber eigentlich hätten mich Be Well am meisten interessiert, allerdings auch nicht unbedingt auf so einer großen Bühne. 


Tja und als für den 19.03.2023 eine Headliner Show von Be Well im Cassiopeia angekündigt war, musste ich mich meinen Ängsten und Unsicherheiten stellen, da ich die Show auf keinen Fall verpassen wollte. Im Vorprogramm spielten Giver und Hard Strike (allerdings ohne Ken Olden) und als Brian McTernan auf die Bühne kam stellte sich zugleich wieder das Glücksgefühl ein, wenn man ein tolles Konzert besucht. Neben den Hits von Be Well gab es als Zugaben noch Coverversionen von Battery und 7Seconds mit Unterstützung von Mike McTernan! Als Brian vom Tod seiner Mutter erzählte sowie seinem Umgang mit Depressionen und dass er eben entgegen seiner Erwartung nicht der Fun-Dad sein konnte, der in seiner Freizeit noch das Soccer-Team seiner Tochter coacht, wurde es richtig emotional. Unglaublich toll und intensiv und ich war sehr froh bei dieser Show gewesen zu sein! Nach der Show bin ich noch zu Brian, da wir vorab über Instagram abgesprochen hatten, dass er mir die Tour Edition der Hello Sun 12“ zurücklegen wollte. Leider hatte er nicht daran gedacht gehabt und alle Platten waren schon vergriffen. Dies tat ihm sehr leid und er wollte dies unbedingt wieder gut machen und so bekam ich zwei Wochen später die Platte direkt aus den USA per Post als Geschenk zugeschickt! Ein unglaublich toller und großzügiger Mensch!


Im April hab ich Adi, der mit seiner Band als Adrian Hermes & die Spontanität in einer Galerie in einer Tiefgarage in Neukölln aufgetreten ist, live gesehen. Zudem war ich, ebenfalls mit Daniel, bei der Abschiedsshow von The Tidal Sleep, wo noch Gift und Viva Belgrado, ne tolle Post-Hardcore Band aus Spanien, gespielt haben.


30 Jahre nach der Record Release Party von Hard Times, habe ich es leider nicht zur Comebackshow von Crime nach Geislingen geschafft. Verpasst habe ich auch das Live - Comeback von The Robocop Kraus, die mich mit ihrem Comeback-Album Smile ebenfalls wieder überzeugen konnten! Im Mai gab es erneut mit Daniel dafür doch noch ein Comeback-Konzert, da Fireside mit ihrem neuem Album Bin Juice im Badehaus gespielt haben! Ziemlich genau 20 Jahre nachdem ich sie zum ersten Mal live gesehen habe. Neben Hits von Do Not Tailgate und Uomini d'onore wurden auch neue Songs gespielt, die sich hervorragend in das Set einordneten. Nur die Vorband Yikes mit dem Fatboy Slim / The Prodigy- mäßigen Sound konnte live nicht so richtig überzeugen, dafür Fireside umso mehr!

Tja und leider wurde das immer wieder verschobene Konzert von Ozzy Osbourne und Judas Priest, für das ich bereits seit September 2018 eine Karte im Regal stehen hatte, schlussendlich komplett abgesagt! Ozzy ist einfach nicht mehr in der gesundheitlichen Verfassung eine komplette Tour zu spielen und somit habe ich den Prince of Darkness solo leider nie live gesehen! 

Mit dem rückerstattenden Geld habe ich mir eine Karte für Ghost gekauft. Ghost wurde mir vor ein paar Jahren mal von Josip als die ABBA des Metals empfohlen und was soll ich sagen: Ich bin Fan! Ich mochte ja schon immer Metal, der sich traut nach Pop zu klingen und vor allem live überzeugt das inszenierte Spektakel von Ghost völlig! Papa Emeritus IV mit seinen Nameless Ghouls haben einfach den Dreh raus eine perfekte Show zu liefern, mit einem beeindruckenden Bühnenbild, ständig wechselten Kostümen und einem Feuerwerk aus Hits, Hits, Hits!

Die Show fand im Velodrom statt und im Vorprogramm spielten Halestorm und auch die Band um Frontfrau Elizabeth „Lzzy“ Hale wusste zu unterhalten. Aber es war klar, dass alle auf Ghost warteten. Vor allem viele junge Fans waren zum Teil aufwendig geschminkt, auch war es auffallend, dass Ghost sehr viele weibliche Fans haben! Der einzige Wermutstropfen war, dass leider in Berlin die Coverversion Jesus He Knows Me von Genesis, nicht gespielt wurde. Ansonsten kann ich es nicht erwarten Ghost mal wieder live zu sehen!


Für die Show von Rocky Votolato habe ich mir sofort bei Ankündigung eine Karte gekauft, da es hieß, dass nur knapp 80 Personen reinpassen würden. Nur leider wurde die komplette Europatour wenige Tage danach aus familiären Gründen von Rocky wieder abgesagt. Ich hoffe, es geht seiner Familie und ihm wieder besser.


Im Juni spielten zudem SIND, die mich im vergangenen Jahr mit ihrem Album Kino Kosmos und vor allem mit dem Song Karlshorst begeistert haben. Die Show war recht kurzfristig angekündigt und folglich gab es auch nur Abendkasse. Da Daniel und ich nur schlecht abschätzen konnten, wie viel da los sein wird, bzw. wie viele Leute überhaupt in den Kater Blau auf dem Holzmarktgelände passen, waren wir bereits zeitig dran. Dort ist natürlich alles sehr szenig und es mussten sogar die Kameras am Smartphone abgeklebt werden, was doch etwas affig wirkte.

Das Konzert war jedoch klasse und das Set bestand hauptsächlich aus den Alben Vielleicht ist es anders als Du denkst (2020) und Kino Kosmos (2022). Auch wurde der Song Barcelona gespielt, der angeblich zum ersten Mal live aufgeführt wurde! Ein schöner Sommerabend mit toller Musik…


Für die Show von Muff Potter zum 30-jährigen Bandjubiläum am 01.09. im SO36 waren zunächst Hammerhead als Support angekündigt. Aufgrund eines Hörsturzes bei einem Bandmitglied sprangen kurzfristig Herrenmagazin ein. 

Pünktlich um 19:00 Uhr haben Herrenmagazin die ehrwürdige Bühne des SO36 erklommen und wussten bereits zu begeistern. Beim Song Lila Lametta kam Thorsten „Nagel“ Nagelschmidt schon mal als Gastsänger auf Bühne, bevor dann Muff Potter dran waren. Zum 30-jährigen Jubiläum hatten sich Muff Potter etwas ganz Besonderes ausgedacht, so spielten sie gleich zwei Sets an einem Abend! 

Im ersten Akt (2023) standen vor allem die Songs von 2022er Album Bei Aller Liebe sowie viele Hits im Vordergrund. Noams Lieblingssong ist „Ich will nicht mehr mein Sklave sein“ und ich bin vor allem von „Nottbeck City Limits“ sehr begeistert („Und was von Menschen gemacht wurde, kann auch von Menschen wieder abgeschafft werden!“). Zudem gab es noch einige Gastauftritte, z.B. von Jule Merz, die damals auf dem 2003er Album Heute Wird Gewonnen, Bitte mitgewirkt hatte und von Tobias Scheisse von Hammerhead, mit dem Muff Potter den Hammerhead Song „Ich sauf allein“ coverten. 

Im zweiten Akt (1993 – 2022) wurde von allen Alben, angefangen vom Demo bis hin zum aktuellen Album, jeweils ein Song gespielt! Von der Compilation Colorado, die 2018 veröffentlicht wurde, gabs sogar noch das EA80 Cover vom Song „Auf Wiedersehen“. Bei „Wir sitzen so vorm Molotow“ durfte sich Deniz Jaspersen von Herrenmagazin mit einem Gastauftritt revanchieren und als Zugabe gab es natürlich noch den Song 100 Kilo, der mit einem Covers-Medley gestreckt wurde, bevor die Show endgültig zu Ende war.

Wenn etwas gut ist, dann das hier!


Vom 15.09 bis 17.09.2023 feierte auch das Straight Edge Label Refuse Records sein 30-jähriges Bestehen und da bietet es sich natürlich an, die Feierlichkeiten mit römischen Zahlen zu gehen: XXX! Ich selbst war jedoch nur am Samstag dabei, wo das Ganze in der KØPI stattgefunden hat. Chriz und ich hatten uns bereits am Nachmittag dort getroffen, um auch sicher noch ein Ticket zu bekommen und neben den ganzen Shows und weiteren Angeboten, wie Lesungen, Plattenkisten, etc. auch noch Zeit zum Quatschen zu haben. Zudem habe ich allerhand Leute getroffen, die ich z.T. schon ewig nicht mehr gesehen hatte, bzw. z.T. auch noch nie gesehen hatte, allerdings schon seit Jahren mit ihnen über Insta verbunden bin. Wie z.B. Adam (Goodwill Records), Christian (Take It Back Records), Jobst (Peace of Mind, Highscore, The Fog, Und Dann Kam Punk) sowie Ken und Kathi, die extra aus den USA angereist waren, um ein Preview auf das Buch zu geben, an dem Ken bereits schon seit Jahren arbeitet. Leider habe ich diesen Programm-punkt verpasst, da er zunächst nach hinten verschoben wurde, da Jean-Paul, der an einem Buch über die europäische Straight Edge Szene arbeitet, zu spät dran war und leider auch nicht klar kommuniziert wurde, wo das Ganze genau statt-findet, echt schade! Auch habe ich Marcus (Quarantined Fanzine) leider nicht getroffen, weil wir beide nicht wussten, wie der andere aussieht, da wir bisher nur über Instagram Kontakt hatten und über 600 Menschen vor Ort waren. 

Die Bands, die an dem Tag gespielt haben, kannte ich alle nicht, aber es war weiter nicht schlimm, da ich somit zwischendurch noch Zeit zum Quatschen hatte und um nach Platten und Zines zu stöbern. Live gesehen habe ich The Fog (Ex-Highscore), die letzte Show mit Jobst, allerdings nur mit mäßigem Sound im Koma F. Daraufhin habe ich mir die anderen Bands dort erspart und erst wieder im AGH zunächst Scraps (Frankreich) und Goverment Flu (Polen) angeschaut. 

Im Anschluss haben noch The Tangled Lines aus Dresden gespielt, die sich eigentlich schon 2012 aufgelöst hatten, aber extra zum Jubiläum von Refuse Records wiedervereint hatten! Für mich gab es zum Abschluss noch Beyond Pink aus Malmö, die ebenfalls meinten zuletzt zum 20-jährigen Jubiläum in Berlin gespielt zu haben! Danach hätten zwar noch Vitamin X und Coke Bust gespielt, aber es war bereits sehr spät und nach 5x Hardcore Geballer hatte ich auch genug.

Alles im allem eine tolle Veranstaltung und ich bin sehr froh, dass Chriz mich gefragt hatte, ob ich mitgehen möchte…


Am Freitag, den 13. Oktober spielte Valentin mit seiner neuen Band OK.Nein in der Loge in Friedrichshain. Da wir es leider nie schaffen uns zu treffen, hab ich mich gefreut, wenigstens vor dem Konzert kurz mit ihm zu quatschen und mir anschließend seine neue Punkband als Support für Borgzinner anzusehen. Borgzinner waren wiederum gesanglich und musikalisch (Skacore) nicht so mein Fall, konnten jedoch durch ihre politische Attitude und DIY Ethos überzeugen.


Gleich drauf am Montag, 16. Oktober spielten Quicksand zum 30-jährigen Jubiläum von Slip das komplette Album am Stück im SO36 und das war großartig! Fireside spielten als Support und so kam ich in den Genuss diese fantastische Band bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres auf der Bühne zu erleben. 

Live wurden Walter Schreifels, Sergio Vega und Alan Cage von Stephen Brodsky (Cave In) an der Gitarre unterstützt, da Tom Capone leider nicht mehr Teil von Quicksand ist. Die Band kam auf die Bühne und begann zugleich mit dem Song Fazer und dann wurde Slip in der kompletten Songreihenfolge des Albums durchgespielt! Natürlich inklusive des genialen Instrumentaltracks Baphomet, den ich bisher noch nie live gehört habe. Im Anschluss wurden noch Lightning Field und Colossus vom neuen Album Distant Populations gespielt und zum Abschluss Thorn in My Side und Landmine Spring sowie als Zugabe Delusional von Manic Compression! Das war echt der Hammer und ich bin sehr froh und dankbar die Möglichkeit gehabt zu haben, dabei gewesen zu sein.


Am 28.Oktober spielten noch Hischaboggl in Geislingen, es war die erste Show überhaupt und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich dabei sein konnte!

Im Vorprogramm spielten Körkboden aus Aufhausen und Nervine aus Göppingen und es war toll, dass so viele Menschen den Weg ins MieV gefunden haben und die Live-Premiere des Schwoba-Metals feierten. Das Bühnenbild war schon sehr beeindruckend und neben den sechs Songs der Debüt-EP gabs noch vier ganz neue Songs und zum Schluss wurde nochmals Babbadeggl zum Besten gegeben, es war ein wahres Fest!

Am Merchstand gabs T-Shirts, Aufnäher, Plektren und Aufkleber und sogar noch einen richtigen Hischaboggl, den ich nach der Show fürs Frühstück gekauft habe.

Ein tolles Konzert und ich bin sehr gespannt, wie es mit Hischaboggl weitergeht!


Über welche Show habt ihr euch 2023 ganz besonders gefreut?


An dieser Stelle wünsche ich allen Leserinnen und Leser noch eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten, Happy Chanukka und einen guten Rutsch ins neue Jahr!