Dienstag, 7. Mai 2019

Meine 55 besten Alben aus Deutschland

Meine 55 besten Alben/EPs/7"s aus Deutschland

Nachdem das VISIONS in seiner 312. Ausgabe mit einem Schweden-Special u.a. die 55 besten schwedischen Rockalben vorgestellt hatte, hatte ich die Idee hier ebenfalls meine eigene Bestenliste mit meinen besten schwedischen Alben/EPs/7"s zu präsentieren. Tja und das machte mir das gleich einen solchen Spaß, dass ich euch nun meine 55 besten Alben/EPs/7"s aus Deutschland präsentieren möchte. Hier war die Auswahl natürlich noch weitaus schwieriger, da ich ja hier seit frühester Kindheit musikalisch sozialisiert wurde und es, auf die Lebensdauer gesehen, doch eine Menge Musik aus Deutschland gab und gibt, die mich auf irgendeine Art bewegt, beeinflußt oder begeistert hat und es noch immer tut. Um jedoch nicht ins Uferlose abzudriften, dachte ich mir, bleibe ich einfach trotzdem bei der Top 55, auch wenn dadurch einige Bands und Künstler*innen leider außen vor bleiben werden.

Anbei erneut der Hinweis, dass diese Liste keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erhebt! Die Liste ist wieder komplett subjektiv und es werden nur Alben, EPs und 7"s von Bands oder Künstler*innen aus Deutschland aufgeführt, die mir persönlich etwas bedeuten und deren Alben, Singles, etc. auch in meiner persönlichen Sammlung stehen. Erneut beschränke ich mich auf nur ein Album pro Band/Künstler*in, um insgesamt mehr nennen zu können. Und wie schon beim letzten Mal gibt es eine Playlist mit 50 Songs aus Deutschland auf Spotify, da leider nicht alles dort verfügbar war.

Es folgen in unbestimmter Reihenfolge meine 55 besten Alben/EPs/7"s aus Deutschland:

1. Tomte - Hinter All Diesen Fenstern (2003, Grand Hotel van Cleef)
Als ich Tomte zum ersten mal live gesehen habe, war dies 2000 im kleinen Cafe Panama in Fulda als Supportband für The Weakerthans. Thees stöberte in meiner Plattenkiste und Oli war hocherfreut, dass ich die 7" von seiner Hardcoreband Chispa hatte, so dass er mir attestierte die beste Plattekiste auf der Welt zu haben. Ich kaufte mir nach dem Konzert du weißt, was ich meine auf Vinyl, musste allerdings feststellen, dass mir Tomte damals auf Platte nicht so richtig gut reinliefen. Deshalb bin ich erst wieder ab Hinter all diesen Fenstern wieder auf Tomte gestossen und wurde fan for a lifetime. Als wir mal mit dem Auto zur Ostsee gefahren sind, hatte ich nur die Hinter All Diesen Fenstern CD dabei gehabt und die lief dann vier Stunden in Schleife! Ich werde dieses tolle Album niemals überdrüssig werden. Außerdem gibt es glaube ich keine Band, die ich öfter zitiert habe, ja sogar für die Dankeskarten für unsere Hochzeit fand sich ein passendes Zitat von Tomte. This is forever!

2. Die Ärzte - Nach Uns Die Sintflut (1988, CBS)
Eigentlich müsste an dieser Stelle jetzt das Album Das ist nicht die ganze Wahrheit stehen. Es war 1988 und in diesem Sommer lief beim Besuch des Ferienzeltlagers kaum ein anderes Album. Ständig wurde die Kassette wieder zurück gespult und das Album von vorn gehört. Ich war völlig fasziniert von den Songs und den Texten und kauft mir sofort die Platte, als ich wieder zu Hause war. Im selben Jahr bekam ich aber auch von meinem damaligen besten Kumpel noch die Liveplatte Nach Uns Die Sintflut geschenkt, der sie selbst wiedrum geschenkt gekommen hatte und nichts damit anfangen konnte. Ich war erneut völlig fasziniert, von dem Epos auf drei LPs + Bonus 7" und konnte dadurch auch das Frühwerk von Die Ärzte entdecken. Selber live habe ich sie dann allerdings erst 1994 zur Reunion, aber das dürfte eines der großartigsten Konzerte gewesen sein, auf dem ich je war. Anbei die Setlist zur Show am 27.03.1994 im Arts & Craft in Neu-Ulm.

3. Kettcar - Du Und Wieviel Von Deinen Freunden  (2002, Grand Hotel van Cleef)
Kettcar haben mich mit ihrem ersten Album Du und wieviel von deinen Freunden restlos begeistern.  Als Nachfolgeband von den legendären ...but alive, schloss sich das Debütalbum von Kettcar nahezu nahtlos an das Farewellalbum Hallo Endorphin von ...but alive an und konnte mich musikalisch und textlich absolut begeistern. Zum ersten Mal live habe ich Kettcar im Vorprogramm von The Weakerthans in der Markthalle in Hamburg gesehen. Das müsste so 2001 gewesen, noch bevor das Debütalbum veröffentlicht war, da ich mir damals lediglich die EP  "So Lang Die Dicke Frau Noch Singt, Ist Die Oper Nicht Zu Ende" gekauft hatte. Das Nachfolgealbum Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen fand ich auch noch super, nur mit Sylt, dem dritten Album, fing es dann an, dass mich Kettcar irgendwie nicht mehr richtig erreichten und so gingen wir eine zeitlang getrennte Wege. 2014 sorgte das Debütalbum von Marcus Wiebusch für ein Aufhorchen und die Tour, bei der auch Songs von ...but alive gespielt wurden begeisterte mich wieder sehr. Tja und plötzlich 2017 mit der Veröffentllichung von Ich Vs. Wir hatten mich auch Kettcar wieder. Grandioses Album mit Songs, wie Sommer '89 (Er Schnitt Löcher In Den Zaun), bei dem ich wirklich jedes Mal eine Gänsehaut bekomme.

4....but live - Für Uns Nicht (1993, Weird System)
Als ich damals von meinem Cousin Daune die ersten beiden Scheiben von ...but alive in die Hand gedrückt bekommen habe, war ich mir nicht sicher, ob mir die Band gefallen würde. Aber ...but alive konnten mich dann doch sofort begeistern. Leider war nach vier Platten dann Schluß mit ...but alive. Schon die letzte Platte Hallo Endorphin zeigte eine deutliche musikalische Veränderung, die dann zur Gründung von Kettcar führte, welche mit ihrem Debütalbum Du und wieviel von deinen Freunden genau diese Entwicklung weitergeführt haben, in Richtung Pop. Da es heute unwahrscheinlich erscheint, dass Marcus Wiebusch heutzutage nochmal mit seiner alten Punkband auf der Bühne stehen wird, bin ich einfach froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, ...but alive zweimal live gesehen zu haben. Zudem habe ich mich sehr gefreut gehabt, als Marcus 2014 mit seiner Soloplatte getourt war, er ein paar ...but alive Songs gespielt hatte.

5.  Bobby Peru - The X-File Conspiracy 7" (2001, strange fruit)
Die erste Show, die Achim und ich als strange fruit veranstaltet haben, war 1999 mit With Love, Bobby Peru und Tidal im Maikäfehäusle in Geislingen an der Steige. Diese Show war auch der Grundstein aus Strange Fruit, das damals nur als Distro und eben neu als Konzertveranstalter fungierte, auch noch zum Label auszubauen. Die erste Veröffentlichung sollte eine Split 7" von With Love und Bobby Peru werden, allerdings haben es Nico, Andrea, Paolo und Balu leider nie geschafft gehabt die Songs aufzunehmen, so dass es eben nach langem Hin und Her eben doch "nur" eine Bobby Peru 7" wurde. Diese wiederum wurde dafür richtig fett. Eine Picture-7" auf 45 rpm mit super schicken Cover! Bobby Peru waren damals am Durchstarten und hatten bereits einen Deal mit Defiance Records in der Tasche, lösten sich dann jedoch auf, bevor das Debütalbum aufgenommen wurde. Wirklich sehr schade , denn die neuen Songs mit fetter The Murder City Devils-mäßiger Orgel, klangen live absolut klasse und das wäre damals richtig durch die Decke gegangen...

6. Muff Potter -  Bordsteinkantengeschichten (2000, Huck's Plattenkiste)
Nun gut, für treue Leser von strange is the new fruit dürfte es keine Überraschung sein, dass Muff Potter in dieser Bestenliste auftauchen, da es nicht nur die Band ist, die ich am häufigsten live gesehen haben, sondern auch am häufigsten auf meinem Blog darüber geschrieben habe. Da sich die Diskussionen um das beste Album von Muff Potter meist um zwei Alben kreisen, nämlich Bordsteinkantengeschichten und von wegen, hatte ich mich vor 9 Jahren im meinem Post Best of 2000-2009 in aller Öffentlichkeit zu von wegen bekannt. Tja und heute schreibe ich eben, dass  Bordsteinkantengeschichten das beste Album von Muff Potter ist, kommt damit klar...

7. Die Walter Elf - Die Angst Des Tormanns Beim Elfmeter (1988, We Bite Records)
Die Walter Elf begleiten mich schon seit knapp 30 Jahren. Und auch heute gehören sie zu einer der wichtigsten Bands für mich, eine der Bands von der ich sämtliche Veröffentlichungen in meiner Sammlung stehen habe. Wie schon bei den Spermbirds, die sich einen Großteil der Mitglieder mit Walter Elf geteilt haben, habe ich meinen Cousin Daune dafür bewundert, dass er sie bereits mehrmals in Jugendhäusern live erlebt hatte. Mit Kick Joneses konnte ich zwar Beppo, Frank, Jürgen und Alex ebenfalls live erleben, aber es galt eine strikte Policy, dass mit Kick Joneses keine Walter Elf Songs gespielt wurden, nicht mal das Boomtown Rats Cover I don't like mondays...

Zum 20jährigen Jubliäum der Band spielte die Walter Elf am 20.12.2002 dann endlich eine Reunionshow im Kammgarn in Kaiserlautern, an dem Ort wo sie 11 Jahre zuvor ihre Abschiedsshow gespielt hatten! Es war eine der Shows, die ich nie vergessen werde, schließlich waren wir locker mit 20 Mann aus Geislingen angereist und das euphorisierte Publikum hatte lauthals alle Songs mitgesungen und einfach eine gute Zeit gehabt!

8. Spermbirds - Something To Prove (1986, We Bite Records)
Spermbirds waren absolute Pioniere für die deutsche Hardcore Szene. 1983 in Kaiserslautern mit dem früheren GI Lee Hollis am Gesang gegründet, sind sie bis heute aktiv! Die Mitglieder überschnitten sich, wie bereits erwähnt, zum größten Teil mit Die Walter Elf! Es hatte bis zum 05.06.2004 gedauert, bis ich endlich Spermbirds live erleben konnte! Und nachdem ich Spermbirds seither ein par Mal live gesehen habe, werde ich in diesem Jahr erneut die Gelegenheit dazu haben, sie sogar mit neuem Album live zu sehen! Ähnlich wie bereits 7 Seconds haben die Spermbirds mit Songs und Texten, wie Get On The StageTry Again und You're Not A Punk mein Verständnis von Hardcore und Punk massgeblich beeinflußt!

9. Helloween - Keeper Of The Seven Keys - Part II (1988, Noise International)
Mit Helloween verbinde ich eher eine ungewöhnliche Erinnerung, nämlich dass ich Keeper of The Seven Keys Part I und II auf einem Mixtape in Heavy Rotation während meines Ferienjobs gehört habe, wo ich tagein tagaus den Rasen im Kurpark von Bad Überkingen gemäht habe. Das muss so Anfang der 90er gewesen sein. Erst 25 Jahre später habe ich dann Halloween endlich auf der Pumpkins United Tour in Berlin live gesehen und hatte eine großartige Zeit auf der dreistündigen Metalparty!

10. Crime - Hard Times (1993, DIY)
Für mich ist Hard Times, das Debütalbum von Crime, das vermutlichunterbewerteste HardRock-Album aller Zeiten. Ok, ich muss zugeben, dass ich da natürlich ein wenig voreingenommen bin, schließlich waren Crime die Locals Heroes aus meiner Heimatstadt Geislingen an der Steige. Ich war in der Eybtalhalle bei der Record Release Party von Hard Times und habe mir dort auch mein Exemplar von den Bandmitgliedern signieren lassen. 1994 habe ich mit Crime mein erstes Konzert überhaupt veranstaltet. Der BRGLPRMPF war ein Konzert, das an meiner Schule immer vom 11. Jahrgang veranstaltet wurde und wir waren damals mächtig stolz, dass Crime dort gespielt haben, schließlich brachten sie doch die Rock-Welt von Bon Leppard und Guns'N Crüe in unsere kleine Stadt! Auch heute noch klingt Hard Times frisch und abwechslungsreich und wäre es fünf Jahre früher auf einem großen Label veröffentlicht worden mit Supportshows mit den entsprechenden Bands, dann wäre die Band damals richtig groß geworden!

11. Nena - Feuer und Flamme (1985, CBS)
Ich habe damals Feuer Und Flamme von meiner Tante aus Berlin auf Kassette bekommen, da ich damals noch keinen Plattenspieler besessen habe. Ich hatte allerdings einen tollen Ghettoblaster, mit dem ich Songs aus dem Radio aufgenommen habe, die ich aus der Hitparade und Formel Eins kannte. Nena war die erste Band bzw. Künstlerin von der ich Fan war und meine damalige Brieffreundin schickte mir Poster von Nena, die sie aus der Bravo hatte. Von meiner Tante bekam ich dann sogar noch eine originale Autogrammkarte von Nena mit den Unterschriften der kompletten Band, da sie zufällig mit der Schwester von Nena zusammen gearbeitet hatte. Man, was war ich damals stolz, dass ich der Junge aus dem Dorf solch einen Schatz hatte. Natürlich habe die Karte noch immer und sie steckt in der LP von Feuer Und Flamme, die ich mir Jahre später dann noch auf dem Flohmarkt gekauft habe.

12. Die Toten Hosen - Damenwahl (1986, Totenkopf Records, Virgin)
Wenn es darum ging, ob man sich zu den Ärzten oder den Hosen bekennt, war ich immer bekennender Ärzte-Fan. Allerdings nie puritisch, den Die Toten Hosen haben ja durchaus ein paar nette Alben veröffentlicht, ob nun Unter Falscher Flagge, Ein kleines bisschen Horrorschau oder Auf dem Kreuzzug ins Glück. Ausgewählt habe ich schlußendlich Damenwahl. Live gesehen habe Die Toten Hosen ausschließlich in den 90ern und das letzte gekaufte Album war Kauf Mich!

"Ich bin noch keine sechzig und ich bin auch nicht nah dran.Und erst dann werde ich erzählen was früher einmal war"

13. Rantanplan - Kein Schulterklopfen (Gegen Den Trend) (1996, B.A. Records)
Rantanplan ist nicht nur der Hund, der dümmer ist als sein Schatten, sondern auch eine PunkRock-Band mit Bläsern. Anfangs waren dort auch noch Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff  am Start, die dann später als Kettcar weitermusiziert haben. Ich kenne auch nur die ersten beiden Alben von Rantanplan, die damals auf B.A. Records erschienen sind und hab dann irgendwie das Interesse verloren, als die beiden ausgestiegen sind. Zum Glück hatte ich in der Zeit die Gelegenheit Rantanplan 2-3 Mal live zu sehen. Das Poster zu Kein Schulterklopfen (Gegen Den Trend) hing ewig in meinem Jugendzimmer und noch heute habe ich große Freude daran, mir die beiden Alben anzuhören. Zumal ich Köpfer auch immer mit meiner Zeit in England verbinden, da ich es dort rauf und runter gehört habe.

14. Trio - Trio (1982, Mercury)
Wer in den 80ern in der BRD aufgewachsen ist, wurde musikalisch selbstverständlich mit der Neuen Deutschen Welle sozialisiert und folglich dürfte die Prozentzahl der heute Ü40ern recht hoch sein, die DaDaDa kennen. Der Song war schließlich schon als Kind einfach mit zu singen. Dabei war der Song, der Trio sogar international einen Hit bescherte, anfangs gar nicht auf dem Debütalbum enthalten. Die gesamte Geschichte zu Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha, ist auch Wikipedia nachzulesen.

15. Herbert Grönemeyer - 4630 Bochum (1984, EMI)
Neben Männer waren auf 4630 Bochum natürlich auch noch weitere Hits, wie Alkohol und Flugzeuge im Bauch enthalten und natürlich die Hymne auf Grönemeyers Heimatstadt Bochum, in der er aufwuchs.  Das Album hielt sich über 2,5 Jahre in den Deutschen Charts und ist mit knapp 3 Millionen verkauften Alben das zweiterfolgreichste Album von Grönemeyer nach Mensch, das 2002 veröffentlicht wurde. Zum ersten und bisher einzigen Mal live habe ich Herbert Grönemeyer zu seiner Chaos-Tour 1993, damals in Stuttgart in der Schleyerhalle.

16. Casper - XOXO (2011, Four Music)
Es gibt halt so Alben, da weiß man noch ganz genau, wann und wo man die zum ersten Mal gehört hat. Der Name Casper schwirrte vor der Veröffentlichung von XOXO schon herum und es zeichnete sich ab, dass der Hype immer größer wurde. Das Video zu Der Druck steigt/ Blut sehen, oder vielleicht war es auch nur ein Teaser machte mich auf alle Fälle neugierig. In Ulm beim Müller habe ich mir dann das Album aus dem Regel genommen und bin zum Reinhören an den Tresen gegangen. Bei dem Song Auf Und Davon steigerte sich mein Interesse zunehmend und als dann bei XOXO die Stimme von Thees Uhlmann einsetzte, war mir klar, dass ich mir das Album auf jeden Fall kaufen werde. Auch 8 Jahre später verbinde ich dieses Album mit genau der Zeit, als es veröffentlicht wurde. In dem Zeitraum von zwei Jahren war es sicherlich das Album was ich am meisten gehört habe. Schade nur, dass ich mir damals nicht gleich die LP geholt habe...

17. Marathonmann - ...Und Wir Vergessen Was Vor Uns Liegt (2014, Century Media)
Marathonmann habe ich damals im Vorprogramm von Boysetsfire kennengelernt und sie auch gleich mit dem ersten Album Holzschwert in mein Herz geschlossen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich mir noch eine EP und das zweite Album von Marathonmann gekauft und sie 2013-2014 auch gleich diverse Male live gesehen und ihre Musik, die Texte und ihre Coverversion von Dein Ist Mein Ganzen Herz von Heinz Rudolf Kunze gefeiert! Nach diversen Wechseln der Bandmitglieder haben mich Marathonmann mit dem dritten Album dann leider irgendwie nicht mehr erreicht und zu den Shows bin ich dann auch nicht mehr gegangen. Der erste Song vom neuen Album klingt jedoch wieder recht vielverspechend und Bock hätte ich auch mal wieder Marathonmann live zu sehen...

18. Such A Surge - Under Pressure (1995, Epic)
Mit Such A Surge verbinde ich vor allem deren erstes Album. Damals haben Such A Surge 1995 im Kaoskeller in Langenau gespielt gehabt und mich völlig beeindruckt. Ein Jahr später wurden dann auch schon Agoraphobic Notes veröffentlicht, dass mir musikalisch und textlich auch noch gut reinlief, nur spielten Such A Surge 1997 dann live in schon wesentlich größeren Hallen. Mir ging das damals irgendwie zu schnell, vom Jugendhaus zu den großen Hallen und ich nahm ihnen den "Ausverkauf" übel. 2003 habe ich sie dann nochmals in meiner Heimatstadt Geislingen an der Steige auf dem Helfenstein Festival gesehen und wieder meinen Frieden ihnen gemacht, allerdings zählte Crossover damals schon längst nicht mehr zu meiner bevorzugten Musikrichtung...

19. Headcrash - Scapegoat (1993, Zoth Ommog)
Es müsste etwa 1995 gewesen sein, als Headcrash gemeinsam mit Thumb auf Tour unterwegs waren. Crossover war  noch immer mächtig angesagt und irgendwie haben wir es mit unserer Schülerzeitung Die Schulglocke geschafft ein Interviewtermin mit Headcrash beim Konzert im Ulmer Roxy zu ergattern. Mit Mela bin ich dann nach Ulm gedüst und als wir dann am Roxy ankamen und vor dem eigentlichen Einlass reingelassen wurden, wurden wir mit "Die Kinder von der Glocke sind da!" angekündigt. Zum Glück waren unsere Interviewpartner sehr entspannt und bereits Profis, denn wir waren es leider nicht weder entspannt noch Profis, außer Mela. Wir hatten kein Aufnahmegerät und ich hatte nicht mal einen Kugelschreiber, um mir Notizen zu machen, geschweige denn wirklich Fragen vorbereitet. Aber das Gespräch lief super und im Anschluß wollten sogar noch Thumb von uns interviewt werden. Das anschließende Konzert war dann ebenfalls der absolute Knaller, so dass die Aktion rundum gelungen war. Allerdings kann ich mich aktuell gar nicht mehr erinnern, ob die Interviews später überhaupt in der Schluglocke gedruckt wurden...

20. Mikroboy - Bis Zum Ende (2007, DIY)
Mit Michi Ludes a.k.a Mikroboy haben ich zusammen an der Popakademie studiert, Dort wurde Mikroboy, das bis dato ein Soloprojekt von Michi war dann auch zur Band. Anfangs wurde ich noch mit unveröffentlichten Demosongs und Coverversionen versorgt, so dass ich Mikroboy wirklich von Anfang an in mein Herz schließen konnte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, mit Michi bei mir Zuhause in der Küche zu sitzen, um die Songs seines Debütalbum gemeinsam anzuhören. Der große Durchbruch blieb Mikroboy leider immer verwehrt, aber Michi Ludes steht für mich auf derselben Stufe wie Marcus Wiebusch, Thees Uhlmann und Nagel und die Songs werden mir für immer ne Menge bedeuten. Auch gibt es nur wenige Bands, die öfters live gesehen habe, wie Mikroboy. 2016 war dann leider Schluß mit Mikroboy und Michi ist endlich in den großen Hallen angekommen, allerdings als Tourmanager von Bands, wie z.B. Mighty Oaks.
 

21. Steuerfrei - Demoralisiert (1991, DIY)
So nachdem ich ja bereits Crime aufgeführt habe, folgen mit Steuerfrei nochmals lokale Helden aus meiner Heimatstadt Geislingen an der Steige! Ähnlich, wie bei Die Ärzte und Die Toten Hosen, war man damals in Geislingen eben entweder Fan von Steuerfrei oder von Fatal. Steuerfrei waren unsere Ärzte zum Anfassen, Mitsingen und Abfeiern. Als Fans und Freude wurde selbstverständlich alle Auftritte besucht, die in der Nähe waren und es gab nur Auftritte in der Nähe! Dabei gilt der Auftritt in der Rätschenmühle als absolut legendär. Zwei Mal haben Steuerfrei auch auf privaten Parties von mir gespielt und beim Song Auf und Davon durfte ich sogar eine Zeile von mir dazubeitragen, was mir bei Liveauftritten immer an anerkenndes Zuzwinkern von Chris einbrachte. Bei uns an der Schule hing sogar ein Zettel am Schwarzen Brett, dass die Demokassette in der großen Pause bei mir käuflich zu erwerben sei. Hat zwar nie jemand gemacht, machte mich aber damals mächtig stolz mit der Band assoziert zu werden, zumal das ja damals alles vor Strange Fruit war. Mein Traum ist ja noch immer, dass es irgendwann eine Complilation mit allen Steuerfrei Songs geben wird, mit Fotos und Geschichten von damals. Mal schauen, was die Zukunft bringt...

22. Wir Sind Helden - Die Reklamation (2003, Reklamation Records)
Leider habe ich zu Wir Sind Helden keine besondere  persönliche Anekdote, da ich sie weder zu ihrer Anfangszeit oder überhaupt einmal live gesehen habe. Dafür war ich 2003 frisch nach Berlin gezogen und irgendwie verbinde ich Wir Sind Helden sehr mit dieser Zeit, als der Karrera Klub die ganze neuen Indie Hits am Start hatte. Das war echt ne tolle und spannende Zeit.

23. Mia. - Stille Post (2004, Columbia)

Wie schon bei Wir Sind Helden erwähnt, verbinde ich auch vor allem Mia, mit der Zeit, als ich frisch nach Berlin gezogen war. Auch hier liefen deren Hits im Karrera Klub und irgendwie war alles neu und hip. Stille Post habe ich rauf und runter gehört und dann auch noch das Glück gehabt, beim Tip Magazin Gästelistenplätze für die Show der Stille Post Tour in der Columbiahalle gewonnen zu haben. Ja, war ganz schön toll, damals.

24. Ideal  - Ideal (1980, Innovative Communication)
Mit ihrem Debütalbum gelten Ideal als die Vorreiter der Neuen Deutschen Welle, die mich damals in jungen Jahren musikalisch sehr geprägt hat und vermutlich der Grundstein zu meiner Liebe zu Pop und Punk bilden. Mit ihrem Song Berlin haben Ideal die Hymne schlechthin für die Stadt geschrieben, mit der mich diese Hassliebe verbindet. Allerdings hat es sich der Song Schwarz zu Blau von Peter Fox vor ein paar Jahren zur Aufgabe gemacht, dem Song Berlin den Titel der ultimativen Berlin Hymne den Rang abzulaufen.

25. Thees Uhlmann - Thees Uhlmann (2011, Grand Hotel van Cleef)
Nach der Pause von Tomte, hatte ich mich zunächst sehr über neue Musik von Thees gefreut und das Album und seine Show im Astra gefeiert. Auf dem zweiten Album konnten mich vor allem die Songs Zugvögel und Am 07. März begeistern, aber irgendwie wuchs dann auch die Sehnsucht, Thees möge doch wieder mit seiner alten Kapelle neue Musik aufnehmen und live spielen. So hörte ich auf zu seinen Konzerten zu gehen. Aber mittlerweile ist die Sehnsucht schon wieder so groß, dass ich auch mit der Thees Uhlmann Band Vorlieb nehme und freu mich schon riesig auf das Konzert Ende September im Lido.

26. Marcus Wiebusch - Konfetti  (2014, Grand Hotel van Cleef)
So ganz 100%ig konnte mich das Solodebütalbum von Marcus Wiebusch nie überzeugen. Natürlich gibt es darauf wahnsinnig tolle Songs, wie z.B. Der Tag wird kommen, der es mittlerweile ja auch in das Kettcar Reportoire geschafft hat und dort immer als "Coverversion" angekündigt wird. Aber Haters Gonna Hate wirkt auf mich irgendwie befremdlich und stört für mich den Fluß beim Durchhören des Album. Marcus hatte ja bereits geahnt, dass der Song polarisieren würde und bewusst  den Songtitel Haters Gonna Hate gewählt. Wobei ich mich in keinsterweise als Hasser sehe und den Song ja auch gar nicht hasse, nur eben nicht gut finde. Ja und nerven tut er auch ein wenig. Dafür war die Show klasse, weil er auch noch Songs von Kettcar und vor allem auch von ...but alive gespielt hatte.

27. Loxiran - Loxiran 7" (1997, Per Koro)
Die Loxiran 7" möchte ich auch ein wenig stellvertretend für die ganzen "Northcore" Bands posten, wie z.B. Acme, Lebensreform, Lindsay, Enfold, Chispa, Carol, und wie sie alle hießen. Ich habe zwar einige 7"s und auch LPs von genannten Bands, allerdings kann ich mich nicht erinnern, die Bands je live gesehen zu haben. Das mag zum einen daran liegen, dass es viele der Bands nur ein par Jahre in den 90ern gab und zum anderen, dass diese damals nicht unbedingt im Süddeutschland getourt sind. Live gesehen gabe ich dafür Bands, wie Acheborn, Engrave, Stack und natürlich die übermächtigen Yage, auch wenn es etwas vage ist, die jetzt namentlich alle in einen Topf zu werfen. Wie auch immer, ich bin auf alle Fälle sehr froh, dass ich nach Langem suchen, die Loxiran 7" endlich noch zu einem vernünftigen Preis bekommen habe und die 10" werde ich hoffentlich irgendwann auch noch finden...

28. Hansen Band - Keine Lieder Über Liebe (2005, Grand Hotel van Cleef)
Die Hansen Band sind Jürgen Vogel, Marcus Wiebusch (...but alive, Rantanplan, Kettcar), Thees Uhlmann (Tomte), Felix Gebhard (Home of the Lame) und Max Schröder (Tomte, Der Hund Marie) aus dem Film Keine Lieder über Liebe von Lars Kraume. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Musik sehr nach Kettcar oder Tomte klingt, je nachdem wer den Song geschrieben hat, nur eben mit Jürgen Vogel am Gesang! Ich hatte das große Glück sogar zwei der raren Auftritte der Band live zu sehen, einmal in Darmstadt und einmal in Berlin. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, dass ich mein Hansen Band T-Shirt während meines Praktikums bei Ariola (SonyBMG) in München getragen haben. Auf dem Backprint stand Keine Lieder über Liebe und irgendwie fanden sie das bei dem Schlagerlabel gar nicht so gut, da ich darauf angeprochen wurde, dass ich das T-Shirt doch hier nicht tragen könne...

29. Die Fantastischen Vier - 4 Gewinnt  (1992, Columbia)
Zum ersten Mal habe ich natürlich von den Fantastischen Vier gehört, als ich das Video zu Die da !?! auf MTV gesehen habe. Ein paar Monate später habe ich Fanta 4 dann zum ersten Mal live bei Rock am Ring gesehen. Auch wenn Rap und HipHop damals eigentlich nicht unbedingt mein Ding waren, schließlich hatte ich zu dem Zeitpunkt lediglich Licensed To Ill von den Beastie Boys in meiner Sammlung stehen, so machten die Fantas doch einfach großen Spaß. Im Rahmen von einem Projekt zu Selma - In Sehnsucht eingehüllt, bei dem Gedichte der Lyrikerin Selma Meerbaum-Eisinger von bekannten deutschen Interpreten vorgetragen wurden, habe ich dann nach einem Konzert in der Synagoge in der Rykestraße anschließend noch die Gelegenheit gehabt mit Thomas D in der Aula des Hotel Kempinskis abzuhängen. Er freute sich über die Tipps, wo man in Berlin überall gut vegan essen konnte, was 2007 in Berlin noch nicht an jeder Ecke möglich war.

30. Fettes Brot  - Außen Top Hits, Innen Geschmack (1996, Alternation)
Es war 1996, Fettes Brot waren mit ihrem Megahit Jein,u.a.  in meiner damaligen Lieblingskneipe Duuuli omnipräsent und ein Jahr später spielten Fettes Brot mit Tocotronic (die ich hiemit dann auch noch erwähnt habe) ein gemeinsames Konzert in Ulm. Das Album Außen Top Hits, Innen Geschmack kam zwar erst viele Jahre später über meine Frau in meine Sammlung, aber für mich wird Jein immer der ultimative Duuuli Hit bleiben und Fettes Brot eine der wenigen Hip Hop Bands, die ich tatsächlich auch mal live gesehen habe, wie auch Die Fantastischen Vier und natürlich Beastie Boys.

31. Schwoißfuaß - Oinr Isch Emmr Dr Arsch (1981, Trikont)
Für mich als Schwabe waren Schwoißfuaß ein wichtiger Bestandteil meiner musikalischen Sozialisation. Es war toll zu entdecken, dass Rockmusik auch mit schwäbischen Texten funktionierte. Generell gefiel mir in jungen Jahren Rockmusik in Mundart eh voll gut. Verdamp Lang Her von BAP lief damals natürlich auch bei uns in der Rockdisco in der schwäbischen Provinz und selbstverständlich auch die Spider Murphy Gang und selbst an Wenn i mit dir tanz von Nicki hab ich postive Erinnerungen. An dieser Stelle kann ich ja auch noch kurz den ganzen Austropop von Falco, Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich, Die Erste Allgemeine Verunsicherung, S.T.S.und Opus erwähnen oder Hallo Klaus (i wü nur zruck) von Nickerbocker & Biene,  viele tolle Songs, die mich seit meiner Kindheit begleiten.

32. Treadmill - Stand Up For? (1999, Two Friends Recordings)
Als ich angefangen habe eine Liste für meine Top 55 zusammenzustellen, fehlten Treadmill anfangs noch. Irgendwie hatte ich die nicht mehr so ganz auf dem Schirm, tja und dann bin ich wieder auf Stand Up For? gestossen und hab mich erinnert, wie toll Treadmill waren. Echt verwunderlich, dass ich nicht gleich an Treadmill gedacht habe, schließlich habe ich all deren Platten in meiner Sammlung und zum Glück damals sogar einmal live gesehen. Waren irgendwie unterbewertet, dabei war der Sound irgendwo zwischen Quicksand, Fireside und Samiam ja mächtig angesagt. Mit Two Friends Recordings waren wir damals auch freundschaftlich verbunden. Andy war zudem der Sänger von Bobby Peru und hat uns damals als wir mit strange fruit begonnen haben Platten zu machen, viele Tipps gegeben und mit Sunday Inn hatten wir sogar einen gemeinsamen Release. Toll ist auch die Coverversion von Ideals Berlin auf der Split-LP mit Relief.

33. Olli Schulz & Der Hund Marie ‎– Warten Auf Den Bumerang (2006, Labels)
Olli Schulz habe ich leider viele Jahre unterschätzt gehabt. Obwohl er von Marcus Wiebusch entdeckt wurde und seine ersten beiden Platten auf Grand Hotel van Cleef veröffentlicht hatte, habe ich ihn lange Zeit nur nebenher wahrgenommen. Heute finde ich es schade, dass ich keines seiner früheren Konzerte besucht habe und letztendlich nie live gesehen habe, obwohl er ja noch immer Konzerte gibt. Aber wenigsten habe ich die DVD SOS Showman Olli Schulz Live und finde ich Doku Hometown von EinsPlus ganz schön toll, wie auch die Folgen von Der Tatortreiniger, in denen Olli Schulz mitspielt. Mal schauen, vielleicht steige ich irgendwann mal ganz in das Universum Olli Schulz ein.

34. Sportfreunde Stiller - Die Gute Seite (2002, Blickpunkt Pop)
Klar ist es leicht, Sportfreunde Stiller auch einfach blöd zu finden, vor allem, wenn man Tomte Fan ist und es nicht ganz nachvollziehbar ist, warum die Sporties so einen riesigen Erfolg hatten und Tomte eben nicht so. Aber das macht Tomte im Umkehrschluss zu den den coolen Underdogs. Aber egal, allein der Song Ein Kompliment rechtfertig die Nennung in dieser Liste und live gesehen habe ich Sportfreunde Stiller damals auch, das müsste die Burli-Tour in der Columbiahalle gewesen sein und dann natürlich nochmals auf der Fanmeile 2006, als sie vor dem Brandenburger Tor ihren größten Hit  ’54, ’74, ’90, 2006 zum Besten gaben. Ja das wäre echt etwas gewesen, wenn die Nationalmannschaft damals Weltmeister geworden wäre, aber so mussten wir uns eben noch 8 Jahre gedulden.

35. Alphaville -  Forever Young (1984, WEA)
Ok, ich gebe es zu, ich liebe Popmusik! Natürlich nur wenn sie gut gemacht ist, wie eben hier bei Alphaville. Forever Young ist ein zeitloser Hit, der damals wie heute von allen gemocht wird. Selbst Punks mochten Forever Young und so veröffentlichten Die Goldenen Zitronen 1987 auf ihrem Debütalbum Porsche, Genscher, Hallo HSV auch eine Art Coverversion namens Für immer Punk!

36. O.K. - Okay 7" (1987, Seven Eleven)
Ich weiß gar nicht, ob sich heutzutage noch viele an O.K. erinnern, aber an den Song Okay werden  sich vermutlich noch viele erinnern können. Diese Art von Musik kannte ich damals noch gar nicht, als die Single veröffentlicht wurde und fand die ganzen Zitate und Samples einfach sehr spannend. Das dabei ein Hit rausgekommen ist, der auch nach 30 Jahren noch Spaß macht zu hören, spricht eindeutig für den Song, auch wenn ich jetzt sonst nichts weiter von O.K. kenne...

37. Beatsteaks - Smack Smash (2004, Epitaph Records)
In den 90ern tourten die Beatsteaks noch durch die Jugendzentren, leider war ich damals nicht bei der Show als sie in Ulm im Büchsenstadel gespielt haben. Mit Smack Smash gelang ihnen dann der ganz große Wurf und spielten fortan ganz oben mit. Mit tollen Alben und einer grandiosen Liveperformance erspielten sich die Berliner die Herzen ihrer Fans. Ein Zitat von Die Ärzte aus deren Song Unrockbar bringt das Ganzen am Besten auf den Punkt: „Wie kannst Du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?"

38. Blind Guardian - Follow The Blind (1989, No Remorse Records)
Auf Blind Guardian bin ich leider erst Mitte der 90er gestossen und hatte die Alben zunächst auch nur auf Kassette überspielt. Der Power-Metal a la Helloween auf Vollgas lief mir ganz gut rein, aber leider waren Punk und Hardcore zu diesem Zeitpunkt für mich irgendwie wichtiger, so dass ich es leider verpasst habe, Blind Guardian in dieser Zeit einmal live zu sehen. Über die Jahre habe ich mir dann die ersten fünf Alben nach und nach auf CD gekauft und bin mit dem ein oder anderen Reissue auf Vinyl am liebäugeln, komischerweise kenne ich die Alben, die im neuen Jahrtausend veröffentlicht wurden, überhaupt nicht. Wenn es aber eine Tour zu 30 Jahre Follow the Blind geben sollte, wäre ich sofort am Start!

39. Scorpions -  World Wide Live (1986, Harvest)
Scorpions habe ich irgendwie auch nie live gesehen, auch wenn die Veröffentlichung  von Crazy World in meine Metal Hochphase fiel. Aber irgendwie habe ich nie viele Alben von Scorpions besessen, sondern hab eher nur die Hits gehört, sei es auch der Best-of Compilation Best of Rockers N' Ballads oder eben World Wide Live! Crazy World ist auch eines der wenigen Alben, das ich während meiner Studentenzeit versetzt habe, als man für CDs noch soviel Geld bekam, um sich 2nd Hand Platten dafür kaufen zu können, was heutzutage ja völlig undenkbar ist!

40. A Modest Proposal - Songs on 33 7" (2009, Lolila Records)
Natürlich kommt auch diese Bestenliste nicht ohne Bands aus, die auf strange fruit veröffentlicht haben. Auch wenn wir ne Menge Bands aus Schweden und Spanien auf dem Label hatte, so wollten wir natürlich auch die lokale Szene unterstützen und dokumentieren, so wie das unsere Vorbilder mit Dischord Records, Desperate Fight Records und BCore gemacht haben. In unserem Fall, erwies sich das jedoch als ungemein schwieriger, so dass nur ein Teil der deutschen Bands auf strange fruit auch tatsächlich aus unserer Region kamen. Anyway, mit den Jungs von A Modest Proposal bin ich auch noch nach 17 Jahren freundschaftlich verbunden. Und auch wenn die Veröffentlichung von ...of Memories and Dreams nicht unbedingt ein Verkaufsschlager war und noch immer kistenweise CDs in meinem alten Jugendzimmer bei meinen Eltern stehen, so bin ich doch sehr froh, dass wir das Album damals veröffentlicht haben. Meine Lieblingsplatte von A Modest Proposal ist allerdings erst veröffentlicht worden, als strange fruit schon längst Vergangenheit war und mit Poteniell Unsterblich gelang ihnen zum Abschied sogar noch ein richtiger Hit!

41. Pale - Razzmatazz (The Arts At The Sands) (2000, Defiance Records)
Mit ihren Alben auf Defiance Records konnten Pale am Anfang des neuen Jahrtausends eine etwas größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen und veröffentlichten am Ende sogar auf Grand Hotel van Cleef! Trotzdem waren Razzmatazz und How To Survive Chance mit all ihren Hits dann doch eher einen Szenenhit und auch wenn die Videos zu Teenage Heaven oder Goodbye Trouble auch mal auf Viva 2 zu sehen waren, so blieb der ganz große Erfolg dann doch aus. Es bleibt die Erinnerung an unvergessliche Konzerte, tolle Platten und fancy T-Shirts und auch wenn Pale leider nie etwas auf strange fruit veröffentlicht haben, so haben Holger und Stephan zumindest bei zwei von unseren Platten dafür gesorgt, dass diese zumindest gut aussehen.

42. Sometree - Bending The Willow (2006, Pop-U-Loud)
Sometree sind vermutlich eine der unterbewertesten Bands in Deutschland! Mit tollen Alben und intensiven Liveshows begeisterten sie mich viele Jahre bis zur ihrer Auflösung. Mit jedem neuen Album die Gewissheit, dass dies sicherlich der Durchbruch sein wird! Aber leider haben sie nie die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdient hätten.  Bei der Reunionshow 2016 sah man dafür viele glückliche Gesichter im Publikum und trotz unglaublicher Hitze im Club, hatte ich bei Hands and Arrows am ganzen Körper Gänsehaut...

43. Monochrome - Ferro (2003, Trans Solar)
Ok, nachdem ich Sometree bereits als eine der am unterbewertesten Bands in Deutschland betitelt habe, gilt dies auch für Monochrome. In der Szene wurden und werden Monochrome für ihre herausragenden Platten und vor allem auch ihren intensiven und raren Liveshows verehrt, allerdings hat es für den ganz großen Wurf nie gereicht. Warum auch immer. Marc und Ahlie live auf der Bühne zu erleben, war auf alle Fälle immer etwas ganz Besonders. Ahlie, die auch mit Elektrolochmann ein paar tolle Scheiben veröffentlicht hatte, stieg und wanderte dann leider irgendwann aus. Mittlerweile leben die Mitglieder verteilt in Stuttgart, Berlin, Basel und Zürich, was neue Veröffentlichungen und Liveshows zu etwas sehr Rarem werden lassen. So liegt die letzte Platte Unità mittlerweile auch schon fünf Jahre zurück...

44. Hooka Hey - Hooka Hey 7" (1996, DIY)
Die Show von Hooka Hey damals als Support von Pillbox im Maikäferhäusle in meiner Heimatstadt Geislingen ist und bleibt bis heute unvergesslich, auch wenn das alles nun schon 23 Jahre her ist. Der Song Right Or Wrong mit seinem ungewöhnlichen Intro für einen Hardcoresong, nämlich mit einer Klaviermelodie, wurde damals von mir auf zahlreiche Mixtapes gepackt und auch heute macht es immer noch riesigen Spaß diese 7 Songs (!) der 7" zu hören, am besten ganz schön laut!

45. The Notwist - Neon Golden (2002, City Slang)
Als wir 2002 mit dem Auto nach Barcelona gefahren sind, um u.a. das San Feliu Hardcore Fest zu besuchen, hörten wir im Auto ununterbrochen ein Mixtape und ständig fragte ich bei einem bestimmten Song, wer denn diese großartige Band sei. Dieser Song war Pick up the Phone und die Band natürlich The Notwist. Nachdem wir wieder zurück waren, kaufte ich mir sofort Neon Golden und ich wurde nicht enttäuscht. Ein großartiges Album einer tollen Band. Die Dokumentation On/Off The Record zur Entstehung von Neon Golden ist ebenfalls ein absolutes Highlight und dringend zu empfehlen.
 

46. Get Well Soon -  Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon / Songs Against The Glaciation (2008, City Slang)
Konstantin Gropper hat ebenfalls, wie auch Michi Ludes von Mikroboy, mit mir an der Popakadmie studiert. Dort wurde auch aus seinem ehemals Soloprojekt eine Band, auch wenn Konstantin als Sänger, Multiinstrumentalist und Songschreiber weiterhin die Fäden in der Hand hält. Nach anfänglich tollen Alben und beeindruckenden Liveshows fand ich nach der Veröffentlichung einer Trilogie an EPs anschließend leider keinen Zugang mehr zu seinen Alben Love und The Horror. Ich freu mich aber immer noch sehr über seinen Erfolg, wie z.B. einer ausverkauften Elbphilharmonie und darüber den Anfang seiner Karriere miterlebt haben zu dürfen.

47. Steakknife - Songs Men Have Died For (1997, Semaphore)
Bei Discogs wird Lee Hollis als Mitglied von folgenden Bands geführt: 2 Bad, Ankry Simons, Spermbirds, Super Gouge und Steakknife, dabei wird er im ersten Album von Die Walter Elf auch noch unter Tanz und Gesang geführt. Ist schon ne verrückte Geschichte, dass Lee Hollis Anfang der 80er als GI nach Deutschland kam und dann hier zur PunkRock und Hardcore Legende wurde. Neben seinen hervorragenden musikalischen Veröffentlichungen, darf man natürlich nicht vergessen, dass Lee Hollis auch noch Autor von vier Büchern ist, die allesamt über den Ventil Verlag veröffentlicht wurden und allesamt großartig sind Folgende Zeile tippte ich 2009 in froher Erwartung Steakknife gleich live auf der Bühne zu sehen, in mein altes Nokia Handy: "Manchmal denke ich echt mein Leben hat komische Züge angenommen. Ich sitze alleine in einem versifften Punkschuppen und schreibe aus Mangel eines Kulis meine Gedanken als Aufgaben in mein veraltetes Handy, das leider auf 46 Zeichen begrenzt ist. Eine gewitterte Kurzgeschichte, haha. Warum bin ich nicht bei der Frau, die ich liebe und die auf mich zu Hause wartet? Wenn ich wenigstens mit Freunden unterwegs wäre. Irgendwie fühle ich mich zu alt für diesen Scheiss. Aber wenn ich daran denke, dass ich eben noch mit Lee Hollis geplaudert habe und er mir seine 11 Jahre alte Spoken Words CD signiert hat, denke ich hat doch alles seinen Sinn."

48. Kick Joneses -  Streets Full Of Idiots (1997, 5% Luxus)
Wie bereits schon erwähnt waren Kick Joneses lange Zeit mein Live-Methadon, das mich über den Schmerz hinweg getröstet hat, dass ich Die Walter Elf nie live erlebt hatte. Kick Joneses spielten zweimal bei uns im Jugendhaus und das T-Shirt und Poster dazu wurde getragen, bzw. hing an der Wand, bis der Zahn der Zeit sie zerflettern ließen. Im Jahr 2002 war es dann endlich soweit und ich erlebte Die Walter Elf live in ihrer Heimatstadt Kaiserlautern, das war ein Fest! Ja und heutzutage sind leider auch Kick Joneses Konzerte rar geworden und leider musste die Show im letzten Jahr krankheitsbedingt abgesagt werden. Aber ich möchte die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich die Kickies irgendwann dann auch nochmals live sehen, bis dahin schau ich mir im Oktober dann eben solange erst einmal die Spermbirds an...

49. Rainbirds - Rainbirds (1987, Mercury)
Einmal sass ich im ICE von Mannheim nach Berlin und direkt am Tisch gegenüber saß Katherina Franck von Rainbirds. Die gesamte Fahrt über hatte ich Blueprint als Ohrwurm, ließ mir aber nichts anmerken, denn nie im Leben hätte ich mich getraut sie anzusprechen. Das Debütalbum von Rainbirds war definitiv eines der Alben, das ich mir wegen der Single gekauft habe. Aktuell könnte ich keinen weiteren Song benennen, geschweige denn hätte ich einen im Ohr. Anbei natürlich noch die Fun Fact, dass Rodrigo Gonzalez, der ein paar Jahre später dann zu Die Ärzte stieß, nach der Veröffentlichung des Debüts auch bei Rainbirds in die Saiten griff und für den US-Release sogar nachträglich mit aufs Cover kam!

50. The Jeremy Days - The Jeremy Days (1988, Polydor)
Und gleich noch ein Album, das ich hauptsächlich aufgrund einer Single besitze, aber The Jeremy Days hatten mit Brand New Toy gleich so einen Hit am Start, dem man sich einfach nicht entziehen konnte. Die meisten Alben von The Jeremy Days in meiner Sammlung stammen allerdings von meiner Frau, die damals ein großer Fan.

51. Selig - Selig (1994, Epic)
Die Alben von Selig fanden ebenfalls erst durch meine Frau den Weg in meine Sammlung, aber  gehört habe ich das Debüt von Selig auch in den 90ern. Denn schließlich waren die Hits, wie Sie Hat Geschrien, Wenn ich Wollte oder Ohne Dich omnipräsent, wenn man damals auf einer Party oder einfach in der Kneipe war. Live gesehen habe ich Selg erst viel später auf der Und Endlich Unendlich Tour 2009 im Huxleys in Berlin.

52. Farin Urlaub - Endlich Urlaub! (2001, Völker Hört Die Tonträger)
Dieses Album habe ich wirklich rauf und runter gehört. Als wir mit strange fruit mal geplant haben eine Compilation mit Songs unter einer Minute zu veröffentlichen, hatte ich die wahnwitzige Idee einfach auch Farin Urlaub zu fragen, zumal Die Ärzte mit Yoko Ono zu der Zeit einen Hit unter einer Minute rausgehauen hatten. Ich habe dann auch tatsächlich eine Rückmeldung auf meine E-Mail bekommen und auch wenn es eine Absage war, so las sich der Text doch genau so, wie ich mir vorgestellt habe, dass Farin ihn schreiben würde. Ich war/bin daher der festen Überzeugung, dass er sich damals tatsächlich die Zeit genommen hatte mir zu antworten und darüber war/bin ich als Fanboy sehr glücklich.

53. Heisskalt - Hallo / Mit Liebe Gebraut (2003, Chimperator Department)
Heisskalt ist auch einer der Bands, die sich mit jeder Veröffentlichung weiterentwickelt haben. Häufig wenden sich Bands im Laufe ihrer Karriere mehr dem Pop zu und werden etwas ruhiger und glatter. Kurioserweise ist dies bei Heisskalt genau umgekehrt, so ist Hallo / Mit Liebe Gebraut ihre zweite EP mit einer unglaublichen Hitdichte und einer fetten Produktion, die auch super ins Radio passt. So ist hätte z.B. der Song Dezemberluft auch von Echt sein können und das ist in keinsterweise despektierlich gemeint. Und dann wurden Heisskalt mit jedem Album komplexer und sperriger. Der Höhepunkt stellt für mich das zweite Album Vom Wissen Und Wollen dar. Über Heisskalt bin ich dann auch auf FJØRT gestossen, da sie deren Song Valhalla live gecovert hatten. Leider haben es FJØRT aufgrund der begrenzten Anzahl nicht mehr in die Top 55 geschafft, aber sollen an dieser Stelle dennoch löblich erwähnt werden.

54. Spliff - 85555 (1982, CBS)
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in jungen Jahren bei meinem 6 Jahre älteren Cousin Daune in seinem Zimmer sitze und er mir neue Musik vorspielt. Über ihn habe ich unzählige Punk und Hardcore Bands kennen und lieben gelernt. Allerdings kann ich mich auch noch gut daran erinnern, dass er mir auch den Song Deja Vu vorgespielt hatte und ich völlig fasziniert von der Musik war und die Textzeile "Ein toter Vogel fliegt vorbei und stirbt" so lustig fand. Und die Zeilen "Der Rote Hugo hängt tot im Seil, seine Leiche stinkt nach Shit. Wie'n weisser Engel, schön wie Schnee hängt er da - eh, du tust ihm doch weh!" verstand ich in jungen Jahren natürlich noch nicht und verstehe ich auch über 30 Jahre später noch immer nicht ganz...

55. Yage/The Robocop Kraus Split-7" (2001, Swing Deluxe Records)
So am Ende muss ich dann abermals ein wenig Schummeln, so dass ich einfach die Split-7" von Yage und The Robocop Kraus auserwählt habe, um nicht noch eine Band aus meiner Top 55 streichen zu müssen. Tja und um den ganzen noch die Krone aufzusetzen, nenne ich dann einfach auch noch Maggat, die zusammen mit Mitglieder von Cyan als The Robocop Kraus die Welt erobert haben. Zudem fand ich es toll, dass Yage und auch The Robocop Kraus anfangs alles selbst gemacht haben. So hatten Yage mit EarthWaterSky Connection und Nova Recordings gleich zwei Labels am Start und The Robocop Kraus mit Maggat und Cyan haben auf ihren eigenen Label Swing Deluxe  Records veröffentlicht. Zudem gab es auch noch gemeinsame Touren und viele tolle Konzerte beider Bands, so dass mir diese kleine Trick zu verzeihen ist. Auch wenn es insgesamt vier Bands sind, die ich somit im letzten Beitrag noch untergebracht habe. 

So, nun ist es geschafft und ich habe tatsächlich meine zweite Top 55 innerhalb weniger Monate veröffentlicht. Eine Fortsetzung dieser Reihe gestaltet sich allerdings als schwierig, da es höchstens noch mit Bands und Künstler*innen  aus England klappen könnte. Bei den USA sind es viel zu viele und ein Ding der Unmöglichkeit mich auf 55 zu beschränken und bei Bands aus Spanien oder Italien komme ich vermutlich nicht einmal auf diese Anzahl.Wie auch immer, es hat mir auf alle Fälle großen Spaß gemacht, durch meine Sammlung zu gehen und ein paar Anekdoten niederzuschreiben, zudem gibt es ja wieder eine tolle Best-of Top 55 Playlist auf Spotify, so dass es neben dem ganze Geschriebse auch etwas zu hören gibt.

Wer auch noch Bilder von den ganzen Platten sehen möchte, möge mir dazu auf meinem Instagram-Account folgen.
 

Samstag, 9. März 2019

Meine 55 besten schwedischen Alben

Meine 55 besten schwedischen Alben/EPs/7"s

In seiner 312. Ausgabe widmet sich das VISIONS mit einem Schweden-Special u.a. den 55 besten schwedischen Rockalben. Da ich dort leider eine Menge meiner persönlichen Lieblinge vermisst habe, dachte ich mir, schreibe ich doch einfach meine eigene Liste, sonst passiert hier ja bis zu den Jahrescharts sonst nichts auf meinem Blog. Daher gleich vorneweg der Hinweis, dass diese Liste keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erhebt! Im Gegenteil, diese Liste ist komplett subjektiv und es werden nur schwedische Alben, Bands oder Künstler ausgeführt, die mir persönlich etwas bedeuten und deren Alben, Singles, etc. in auch in meiner persönlichen Sammlung habe.

So, normalerweise schreibe ich auf meinem Instagram Account meist auf Englisch, aber hier werde ich einfachheitshalber auf Deutsch schreiben, da die Leserschaft bei meinem Blog recht überschaubar ist...

Es folgen in unbestimmter Reihenfolge meine 55 besten schwedischen Alben/EPs/7"s:

1. Starmarket - Calendar (1996, Dolores Records)
Ich habe 1996 Starmarket im Vorprogramm von Texas is the Reason für mich entdeckt und mir beim Konzert deren Minialbum Calendar gekauft. Bis heute zählt Calendar für mich zum Besten, was je komponiert, aufgenommen und veröffentlicht wurde! Ich schätze mich sehr glücklich, Jahre später dann sogar Starmarket auf strange fruit veröffentlicht zu haben. Als ich Starmarket 2018 bei ihrer Reunionshow in Stockholm wieder live sehen konnte, spielten sie bis auf Sell Your Friends alle Songs von Calendar und ich war sehr glücklich und nach dem Konzert auch ziemlich heiser vom Mitsingen. Ich freue mich schon sehr auf den Rerelease von Calendar auf Vinyl!!

2. Moonbabies - The Orange Billboard (2004, Chalksounds/strange fruit/Startracks)
Es ist immer noch schwer zu verstehen, dass wir damals die Möglichkeit hatten, ein Album zu veröffentlichen, dass so viel größer war als unser kleines Label. In einer gerechten Welt müsste The Orange Billboard in sämtlichen Best-of Listen geführt werden, in denen es um zeitlose Klassiker geht. Nennt es Shoegaze, Dreampop, IndieRock oder wie auch immer, aber The Orange Billboard ist ein zeitloser Meilenstein, den leider viel zu wenige Menschen kennen.

3. Refused - The Shape of Punk to Come (1998, Burning Heart Records)
Refused hatte ich 1995 im Vorprogramm von Snapcase zum ersten Mal kennengelernt und war sofort begeistert von der unbändigen Energie, die von der Band ausging. 1998, ich lebte gerade in England, bekam ich mein OX-Abo nachgeschickt, hörte ich auf der beiliegenden CD mit Liberation Frequency einen neuen Refused Song vom neuen Album The Shape of Punk to Come und war zunächst etwas irritiert, hörte mir aber den Song immer wieder an und konnte es dann kaum noch erwarten, wie denn wohl der Rest des Albums klingt. Ja und der Rest ist Geschichte, ein absolutes Ausnahmealbum, das die Grenzen von Hardcore sprengt und seinem Albumtitel gemäß seiner Zeit weit voraus ist.

4. Abhinanda - The Rumble (1999, Desperate Fight Records)
Abhinanda galten immer ein wenig als die kleinen Brüder von Refused, toller mitreissender New School Straight Edge Hardcore nur eben auf einem wesentlich kleiner Label. Aber auch mit ihrem dritten Album sprengen Abhinanda die Grenzen von Hardcore, musikalisch wie auch optisch, doch während Refused nach ihrer Auflösung Legendenstatus erlangen, geraten Abhinanda leider in Vergessenheit, bis 19 Jahre später The Rumble endlich auf Vinyl veröffentlicht wird und endlich wieder vermehrt über diese tolle Album gesprochen wird. Nur leider immer noch viel zu wenig für meinen Geschmack!

5. Final Exit - Umeå (1996, Desperate Fight Records)
Als ich 1997 zum ersten Mal in Stockholm war kaufte ich mir bei Sound Pollution das Album Umeå von Final Exit. Final Exit bestand damals aus Mitgliedern von Refused und Abhinanda, aber diese waren nur mit Pseudonymen im Booklet benannt. 2007 haben ich leider die Once in a lifetime Chance verpasst Final Exit bei ihrer Reunionshow live zu sehen, die sie im Rahmen vom Umeå Open gespielt haben. Ich habe zwar die DVD von der Show, aber dies ist leider nur ein schwacher Trost. Umeå Hardcore!!

6. ABBA - Take a Chance on Me (1978, Polydor)
Der erste Song von ABBA, den ich je bewusst von ihnen gehört habe, war die Single Take a Chance on Me. Die Mädchen im Sportverein übten dazu einen Tanz ein, wir kamen gerade vom Fußballtraining und wurden weg geschickt, weil die Mädchen dachten, die Jungs wollen nur glotzen und sich über sie lustig machen. Ich wollte jedoch nur diesen Song hören und unbedingt wissen von wem der ist. Irgendwie bekam ich dann die Single und hörte mir den Song immer und immer wieder an. Noch heute habe ich eine Schwäche für die Hits dieser schwedische Ausnahmeband und Weltstars, auch wenn einfachheitshalber mittlerweile meistens Gold das Greatest Hits Album läuft.

7. Leiah - Surrounded By Seasons (2001, Genet Records)
Ach, wenn ich an Surrounded By Seasons denke, habe ich immer sofort die Zeile "Everything is Easy with your body next to mine" von Colours Run Static, dem Opener des Albums, im Ohr! Leiah tourten damals wie wild und es war jedes Mal ein Fest. Ich freu mich schon riesig, dass Leiah in diesem Jahr auch eine Reunionshow in Berlin spielen werden und ich mir dann endlich Surrounded By Seasons auf Vinyl kaufen kann, nachdem es das Album 18 Jahre lang nur als CD gab.

8. Last Days of April - Angel Youth  (2000, Green Hell Records)
Wenn ich Angel Youth auflege bin ich Kopfkinomäßig sofort wieder in meiner Studenten-WG in Fulda, die Wände in meinem Zimmer sind Orange gestrichen, ich liege auf meiner Matratze und bin froh darüber, dass mein Marantz-Plattenspieler über eine Repeattaste verfügt, so dass sich zumindest die A-Seite für immer in mein Gehirn eingebrannt hat. Als ich Last Days of April 2018 bei der Reunion von Starmarket in Stockholm zum ersten Mal live sehe, habe ich bei Aspirins & Alkohol ein breites Grinsen im Gesicht, obwohl ich damals schon Straight Edge war, war einfach ne tolle Zeit!

9. Neverending... - Perfume for the Youth (1999, Kriminal Feet Records)
Neverending... haben neben ihrer EP auf We Bite lediglich 5 Songs auf einer 7" und zwei Split-7"s veröffentlicht, dennoch höre ich diese Band schon mein halbes Leben lang und denke mir immer wieder, was wohl wäre, wenn Neverending... damals ein Album aufgenommen hätten. Ich bin auf alle Fälle sehr froh darüber, dass ich Neverending... einmal live erleben durfte und, dass es diese Songs gibt. Schon zur Zeit, als strange fruit noch ein aktives Label war, hatten wir die Idee alle Songs als Compilation zu veröffentlichen. Immer wieder denke ich daran,  zumal es noch einen unveröffentlichten Song gibt, der es unbedingt verdient gehört zu werden!

10. Millencolin - Tiny Tunes (1994, Burning Heart Records)
So nach den ganzen Hardcore, Emo und Pop Alben, muss ich jetzt natürlich auch noch ein paar Punkalben in die Top 10 unterbringen, falls überhaupt jemand es geschafft hat, bis hier her mitzulesen. Ich befürchte, der Blogpost wächst mir bereits jetzt schon über den Kopf. Gedanken sortieren und aufräumen und da fällt mir natürlich sofort Mr. Clean ein, ein Überhit. Aber auch ansonsten tummeln sich auf Tiny Tunes jeden Menge Hits, die mich an lange Fahrten zu Konzerten denken lassen, bei denen wir im Auto lauthals mitgesungen haben. Good Times!

11. Randy -  You Can't Keep A Good Band Down (1998, Ampersand Records)
Das Album haben ich eine Zeit lang rauf und runter gehört und während ich diese Zeilen schreibe fällt mir ein, dass ich dies schnellsten Mal wieder wiederholen sollte. Tolle mitreissende Songs, großartige Texte und auch live waren Randy eine Wucht. Das Einzige was mich an dem Album stört, ist, dass es mir damals auf CD gekauft habe und die LP auf Rugger Bugger Disc ist heutzutage leider viel zu teuer. Daher wäre es dringend einmal Zeit für einen Reissue.

12. Fireside - Do Not Tailgate (1996, Startracks/American Recordings)
Ursprünglich wurde Do Not Tailgate 1995 auf Startracks veröffentlicht, ich habe mir das Album als American Recordings Rerelease allerdings erst 1998 gekauft, als ich damals in England gelebt habe. Zuvor hatte ich es nur auf Tape und seit 2016 endlich auf Vinyl, nur eben leider als Missprint, da der Song Cement leider doppelt vorhanden ist und In Place leider komplett fehlt. Ein Hoch auf Testpressungen! Not In My Palace ist einer meiner absoluten Lieblingssongs!

13. Kristofer Åström & Hidden Truck - Northern Blues (2001, Startracks)
Ok, All Lovers Hell ist natürlich der Überhit auf dem Album, der alle anderen Songs überstrahlt. Aber dennoch funktioniert Northern Blues auch auf Albumlänge hervorragend. 2002 spielte Kristofer im Rahmen der Popkomm ein Showcase. Wir waren mit strange fruit auch dort, um die Show anzuschauen und um uns mit Fredrik von Startracks zu treffen. Da wir damals sowieso immer mit unserem Distro unterwegs waren, übernahmen wir kurzerhand auch den Merchstand für Kristofer. War eine tolle Show und vor allem auch ne tolle Zeit damals...

14. Tiger Lou - Is My Head Still On? (2004, Startracks/Riptide Recordings)
Das Album wurde selbstverständlich original auf CD auf Startracks veröffentlicht, aber ich bin sehr froh darüber damals die limitierte Pressung auf gelben Vinyl auf Riptide Recordings bekommen zu haben. Bei der Textzeile aus Oh, Horatio "I met Horatio five years ago, outside of Munich on the way to Rome" habe ich mir immer vorgestellt, dass dies vor dem Kafe Kult sein könnte, wo wir damals häufiger bei Shows waren. Das Album ist wirklich zeitlos und auch wenn sich der Sound von Tiger Lou über die Jahre verändert und weiterentwickelt hat, so freue ich mich doch immer wieder, wenn auch noch die Songs vom Debütalbum Platz auf der Setlist finden.

15. Araki - Ikara (2002, Scene Police/Black Star Foundation)
Hinter Araki versteckt sich niemand geringer als Rasmus Kellerman, der vor allem als Tiger Lou gekannt ist. Dieses Album entstand nachdem bereits die erste Single von Tiger Lou auf Black Star Foundation erschienen ist. Vermutlich war es ihm damals zu düster oder zu elektronisch, dass er es lieber unter einem anderen Namen veröffentlicht hatte. Allerdings veröffentlichte Rasmus den Song The Wake später auch nochmals unter dem Titel The Wake/ Hooray Hooray auf seinem Debütalbum von Tiger Lou. Es blieb leider die einzige Veröffentlichung unter dem Namen Araki, allerdings wandelte sich der Sound von Tiger Lou ja auch sehr über die Jahre, so dass Elemente, die Araki vorweg gegriffen hatte, dort wieder aufgegriffen wurden.

16. Rasmus Kellerman - The 24th (2010, Startracks)
Mit seinem Debütalbum unter seinem eigentlichen Namen, kehrt Rasmus soundmäßig an die Ursprünge von Tiger Lou zurück und liefert ein sehr persönliches Singer/Songwriter Album ab. Ich habe mich sehr gefreut, dass er damals mit dem Album auch getourt hat und er plötzlich wieder alleine auf einer kleinen Bühne stand, um seine Songs zu präsentieren und auch noch ein paar frühe Tiger Lou Songs ins Set einfließen zu lassen...
 
17. Passage 4 - World Circus (1996, Wounded Records)
World Circus ist auch eines der Alben, die kaum jemand kennt, das mir jedoch unglaublich viel bedeutet. Ihre Mischung aus SkatePunk und Emocore habe ich bis heute noch nirgendwo anders gehört und ist einfach genial. Das Album erschien auf einem kleinen Indielabel und ist absolut vergriffen, so dass selbst eine CD für 100 Euro auf Discogs gehandelt wird. Ich hoffe ja nach wie vor, dass sich irgendjemand mal diesem Schatz annehmen wird und World Circus auf Vinyl veröffentlicht. Leider habe ich Passage 4 nie live gesehen, keine Ahnung, ob die je außerhalb von Schweden gespielt haben. Während ich diese Zeilen schreibe, habe sich Passage 4 wieder zusammen gefunden und sogar einen neuen Song veröffentlicht. Vielleicht darf ich dann doch noch auf ein Rerelease von World Circus auf Vinyl sowie eine Tour hoffen...

18. Cardigans - Gran Turismo (1998, Stockholm Records)
Oh man, welches Album von The Cardigans wählt man nur aus, wenn man sich für eins entscheiden muss. Kennengelernt habe ich The Cardigans mit Life, mit ihren Coverversionen von Black Sabbath auf Emmerdale und First Band on the Moon haben sie bereits Jahre zuvor vorweggenommen, worauf sich dann Hellsongs ihre Karriere aufgebaut haben, nämlich Metalsongs im Popgewand zu covern. Besitzen tue ich alle sieben Alben und ich finde die auch alle super, aber da ich noch mit MTV musikalisch sozialisiert wurde, als dort noch Videos liefen, muss ich sofort an das coole Video zu My Favourite Game denken und somit fällt die Wahl eben auf Gran Turismo.

19. Roxette -  Look Sharp (1988, Parlophone)
Auch wenn ich gerade nur noch The Look, Dangerous sowie Listen To Your Heart im Ohr habe, so war doch Look Sharp ein Album, an dem man damals einfach nicht vorbeikam. Während ich diese Zeilen schreiben, muss ich daran denke, dass ich die CD unbedingt mal wieder rauskamen und sie mir anhören sollte, ist bestimmt auch heute noch toll, daher dürfen Roxette in dieser Bestenliste auf gar keinen Fall fehlen!

20. Firefox - What's That Sound EP (2005, Combat Disc/Razzia Records)
Nachdem das Demo und die erste EP noch unter dem Namen Firefox veröffentlicht wurde, musste Andrea Kellerman fortan ihre Initialen hinzufügen, da es wohl rechtliche Probleme gab. Als ich Firefox zum ersten Mal gehört habe, war ich sofort vom den Synth-Pop fasziniert. Schließlich verbindet man solche Musik schnell mit Discotheken und Mainstream und da stand Andrea Kellerman alleine mit ihrer Gitarre in der Garage in Pankow auf der Bühne und feuerte ihr Hit-Feuerwerk ab. Mit dabei waren an diesem Abend auch noch Las Puertas (kurzlebiges gemeinsames Projekt von Rasmus und Andrea Kellerman) und auch Torpedo, die just ihre Debüt-EP auf strange fruit veröffentlicht hatte. Der Abend endete damit, dass 8 Schwedinnen und Schweden in unserem Wohnzimmer übernachten haben.

21. Las Puertas - Las Puertas (2005, Combat Disc/Riptide Recordings)
Wie bereits erwähnt war Las Puertas ein kurzlebiges Projekt von Rasmus und Andrea Kellerman a.k.a. Tiger Lou und Firefox. Hier kracht es ordentlich und es ging deutlich punkiger zur Sache als gewohnt. Noch im selben Jahr wurden die Las Puertas Songs als Split-LP mit der Anticlockwise von Torpedo veröffentlicht. Torpedo waren wiederum Erik und Pontus von der Tiger Lou Band und somit schloß sich der Kreis.

22. Torpedo - Anticlockwise (2005, strange fruit/Riptide Recordings)
So, um nun die Riege dieses legendären Konzerts in der Garage in Pankow komplett zu machen, möchte ich an dieser Stelle auch noch die Debüt-EP von Torpedo anführen. Wie gesagt spielten in Torpedo Erik und Pontus, die auch in der Band von Tiger Lou spielen. Pontus hingegen spielte zudem auch noch in Starmarket und The Crystal Committee und später zusammen mit Erik und seinem Bruder Hendrik dann auch in Horndal! Andreas sang bei Torpedo, spielte aber auch bei Firefox AK live den Bass und half 2005 auch noch als Bassist auf der Starmarket Tour aus, als Patrik kurz vor der Tour erkrankte. Love spielte wiederum auch in Norma und Martin in  Seven Feet Four und Giant Boar. Ach ja und Jimmy war zudem auch noch in The Je Ne Sais Quoi. All diese Bands haben uns damals dazu hinreissen lassen unseren einzigen Hypesticker, den wir je hatten, auf die CDs zu kleben. Genutzt hatte es leider wenig, sah aber super professionell aus...

23.The Crystal Commitee - Tender Fury (2001, BCore/Chalksounds/Premonition Records)
The Crystal Committee war ein Seitenprojekt von Fredrik Brännström von Starmarket. Mit The Black Cloud That Was My Heart und Days hat er zwei unglaubliche Hits auf dieser EP veröffentlicht, nur leider sind diese nur einem sehr kleinen Kreis bekannt. Wir haben mit strange fruit das einzige Album von The Crystal Committee namens Forever Overhead auf LP veröffentlicht gehabt, das als CD ursprünglich auf Chalksounds rauskam. Aber auch dieses tolle Album ist leider nicht sonderlich bekannt, was The Crystal Committee zu dem wohl bestbehütesten Geheimtipp macht.

24. Ariel Kill Him - In The Pyramid (2003, Kasual Recordings/strange fruit)
Als wir mit strange fruit die Möglichkeit hatten, auch das dritte Album, bzw. das zweite für strange fruit, zu veröffentlichen, dachten wir, dass das Album in nullkommanichts ausverkauft sein wird. Die Songs klangen hervorragend und Not Today, Not Tomorrow ist ein absoluter Hit, der in meiner Vorstellung auf einem Festival von den Massen mitgesungen wurde. Aber irgendwie blieb Ariel Kill Him dann doch immer ein Geheimtipp, aber in einer gerechten Welt wäre David Lehnberg damit zu einem Rockstar geworden...

25. The John Doe Band - Napkind (1997, No Looking Back Records)
The John Doe Band ist ebenfalls eine solche Band, die groß hätte werden können, ja groß hätte werden müssen. Allerdings hatten sie sich leider viel zu früh aufgelöst, noch bevor das Debütalbum für Deep Elm Records fertig gestellt wurde. So kommt diese großartige Emoband nur auf ein Minialbum, eine 7" und eine Split-7"mit Far Apart. Ich habe von Emil mal das Album mit den zum Teil noch unfertigen Songs bekommen und das wäre damals echt der Hammer gewesen, wenn das auf Deep Elm veröffentlicht worden wäre. Ist es aber nicht und eventuell hätte Emil dann auch gar keine Zeit gehabt bei Neverending... einzusteigen und die großartigen Songs überhaupt zu veröffentlicht...

26. Far Apart - Hazel (1997, Carcrash Records/Crank!)
An dieser Stelle möchte ich gleich auch noch Far Apart aufführen, die neben der Split-7" mit The John Doe Band ansonsten nur noch eine 7" veröffentlicht haben, die kam damals allerdings auf Crank! raus, dem Emolabel schlechthin! Beim Hören dieser Songs werde ich dann doch etwas wehmütig, da ich dieses Kleinöd leider nicht in meiner Sammlung habe und auch beim Gedanken daran, was gewesen wären, hätten es Far Apart ebenfalls geschafft ein ganzen Album aufzunehmen und zu veröffentlichen. Es war echt eine tolle Zeit damals, mit all diesen neuen aufregenden Bands, die mir bis heute sehr viel bedeuten...

27. Europe - The Final Countdown (1986, Epic)
Nach all den Bands, die es leider nicht geschafft haben zu den ganz Großen zu werden, muss ich dann doch auch mal eine Band aufführen, die wirklich jeder kennt und wenn es auch nur deren Überhit The Final Countdown ist und eventuell auch nur die Synthie-Hook aus dem Song! Kann man immer hören, macht immer Spaß und ich freu mich schon riesig im Juli im Vorprogramm von Def Leppard in Berlin zum ersten Mal live zu sehen. It's the final countdown!!!

28. Ghost - Prequelle (2018, Spinefarm Records)
Obwohl natürlich Schweden auch für seine Metalbands bekannt ist, allem voran aus Göteborg, werden diese leider in meiner Bestenliste nicht auftauchen, da ich obwohl ich von Jugend an ein Metalhead bin, nie Death Metal gehört habe. Tja und deshalb tauchen in meiner Bestenlisten eben stattdeessen Ghost auf, die ABBA des Metalls, wie sie mir von einem guten Freund angepriesen wurden, nachdem ich sie lange Zeit sträflich links habe liegen lassen. Aber Prequelle ist ganz nach meinem Geschmack und vor allem voll mit Hits, Hits, Hits. Gern würde ich mir Ghost auch einmal live ansehen, aber diesen Sommer ist dies in Berlin leider nur im Vorprogramm von Metallica im Olympiastadion möglich. Wenn nur die Tickets nicht so schweineteuer wären...

29. Purusam - Outbound (1995, Desperate Fight Records)
Dann mache ich gerade ziemlich mittig dieses Monsterblogpost eben kurz Mal meinen Metalblock. Hammerfall habe ich leider nie viel gehört, da ich dann immer doch lieber Power Metal made in Germany gehört habe und am Liebsten von Helloween und Blind Guardian. Allerdings stieg ich Mitte der 90er in die Hardcore und Straight Edge Szene ein und klassischer Metal spielte plötzlich keine so große Rolle mehr. aber dann kamen plötzlich Purusam und mischten die Szene mit ihren langen Haaren und Flying V Gitarren auf, ja und plötzlich konnte ich auch als Straight Edger wieder Metalhead sein! Ab 1996 war Jon Brännström dann Mitglied bei Refused und wurde mit der Band zur Legende.

30. Horndal - Remains (2019, Prosthetic Records)
Tja es soll niemand sagen können, der Typ schwelgt ja nur in Erinnerungen und kramt nur alte Bands, die irgendwann mal in den 90ern ne 7" veröffentlicht haben. Nein mit Horndal ist habe ich den heißen Scheiß mit in meiner Bestenliste, die gerade die Metalszene aufmischen und den englischen Metal Hammer sogar dazu hinreissen lassen in einer Rezession des Albums zu schreiben: "Remains feels like a game changer!". Das Album ist auf alle Fälle der Knaller und ich bin begeistert von dem gesamten Konzept, das den Untergang der ehemaligen schwedischen Stahlstadt Horndal erzählt. Zudem ist die Geschichte eng mit der Familiengeschichte von zwei Bandmitglieder verbunden, was das ganz besonders interessant und vor allem auch authentisch macht!

31. Cult of Luna  - Vertikal (2013, Indie Recordings)
Cult of Luna stammen ebenfalls aus der Straight Edge Szene aus Umeå, ging aber mit Cult of Luna ganz neue Wege, was dann irgendwann Post Metal genannt wurde. Songs wie Vicarious Redemption mit fast 19 Minuten Länge sind ansonsten nicht unbedingt mein Ding, aber Cult of Luna schaffen es mich gespannt lauschen zu lassen, während sicher der Spannungsbogen immer mehr aufbaut und dann in einem wilden Gewitter entläd. Live sind Cult of Luna, der absoulte Knaller und mit Ihrer Kooperation mit Julie Christmas gingen sie auf dem Album Mariner erneut ganz neue Weg!

32. Breach - It's me God (1997, Burning Heart Records)
Die meisten werden bei dem Namen Burning Heart Records an Punkbands, wie Millencolin, Not Fun At All und Satanic Surfers denken, aber neben Refused hatten Burning Heart auch noch Hardcore Schwergewichte, wie 59 Times the Pain und eben auch Breach unter Vertrag! Und vor allem Breach stehen dem Gute-Laune-Sound von Millencolin als Extrembeispiel gegenüber, denn Breach sind heavy und eben auch verdammt düster! Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie beeindruckt ich war als Breach im Vorprogramm von Refused 1996, einen Sound auffuhren, der mir bis dato noch gänzlich unbekannt war. Immer kann ich mir das nicht anhören, aber wenn die Stimmung danach ist, dann ist es eben richtig geil!

33. 59 Times the Pain - More out of Today (1995, Burning Heart Records)
Ok, Metalblock zu Ende. Aber ich bleibe einfach noch ein bißchen bei Burning Heart Records, denn daran kommt man einfach nicht vorbei, wenn man über Musik aus Schweden schreibt. 59 Times the Pain waren in den 90ern auch gerne mal auf Tour und jedes Mal war es ein Fest. Ich kann mich noch gut daran erinnen im Pit mitzusingen: "Stay Hardcore with, stay Hardcore with, stay Hardcore with 59!" und auch die Suicidal Tendencies Coverversion von Join the Army war live auch der absolurte Knaller. Leider habe ich 59TTP aus den Augen verloren, je punkiger sie wurde. Müsste ich  bei Gelegenheit mal wieder reinhören, ob mir das heutzutage gefallen könnte.

34. Satanic Surfers - Hero of our Time (1995, Burning Heart Records)
1995 war ein gutes Jahr für Burning Heart Records hatten sie doch zwei großartige Nachfolgeralben von Millencolin mit Life on a Plate und No Fun At All mit Out of Bounds am Start und zudem auch noch das legendäre Debütalbum Hero of our Time von Satanic Surfers! In meinem Zimmer hing Jahre lang ein Poster zum Album, das leider irgendwann verloren ging und ich vermisse es noch immer. Texte wie zu Armless Skater kann (darf) man wohl nur als Jugendlicher verfassen, aber als sie im letzten Jahr wieder Reunionshows gespielt haben, habe ich natürlich ebenfalls laut mitgesungen: "He can't surf, he can't skate, And he sure can't masturbate, No more!"

35. No Fun At All -  No Straight Angels (1994, Burning Heart Records)
Die Hitdichte auf dem Debütalbum von No Fun At All ist wirklich unglaublich und auch wenn musikalisch die Nähe zu amerikanischen Vorbilder, wie z.B. nicht von der Hand zu weisen ist, so stehen sie diesen jedoch in Nichts nach. 1995 spielten No Fun At All im Y in Ulm, einer kleinen Discothek mit niedriger Decke, aber dafür riesigen Discokugel, die von den ganzen Stagedivern und Crowdsurfern gern als Abrisskugel benutzt wurde. Anschließend fand nie mehr ein Punkkonzert im Y statt...

36. The Hives - Veni, Vidi, Vicious (2000, Burning Heart Records) 
Ok, irgendwann war das Thema The Hives für mich dann auch durch und zu Hause laufen The Hives im Grunde genommen gar nicht mehr, aber als 2000 Veni, Vidi, Vicious veröffentlicht wurde, war ich doch ziemlich begeistert. Die knalligen Hits und  Howlin’ Pelle Almqvists ja fast schon hysterischer Gesang und extravagante Bühnenshow waren schon beeindruckt. Live macht das durchaus auch heute noch Spaß, so hatte ich mir The Hives 2015 erneut auf dem Pure & Crafted Festival in Berlin angeschaut gehabt und ja Rock'N Roll never dies!!

37. The (International) Noise Conspiracy - Survival Sickness (2000, Burning Heart Records)
Ja auch das Jahr 2000 war ein tolles Jahr für Burning Heart Records mit Veröffentlichungen von Millencolin, Samiam, The Hives, Randy und eben The (International) Noise Conspiracy, der Nachfolgerband zu Refused von Dennis Lyxzén. In Schweden war man immer verwundert, als ich erzählt habe, dass ich The Hives in Deutschland im Vorprogramm von The (International) Noise Conspiracy live gesehen habe, da diese in Schweden wesentlich populärer waren als T(I)NC. Aber die Songs, die Message und vor allem Dennis Bühnenperformance stießen bei mir auf Begeisterung, als hätte man plötzlich die Gelegenheit The King live zu erleben. So Burning Heart Records Block Ende!

38. INVSN - INVSN (2014, Unter Schafen Records)
Aber ich bleibe noch ein bisschen bei Dennis Lyxzén. Diese Bands werden alle bei Discogs unter dem Namen von Dennis Lyxzén angegeben:  93 Million Miles, AC4, Afro Jetz, Final Exit, Garbage Pailkids, Instängd, Invasionen, Refused, Step Forward, The (International) Noise Conspiracy, The Lost Patrol. Es ist echt der Wahnsinn, in vielen Bands Dennis schon gespielt hat und vor allem auch Musik veröffentlicht und live gespielt hat! Maximaler Respekt an dieser Stelle! So verwundert es nicht weiter, dass Dennis zu den schwedischen Künstlern zählt, die ich am häufigsten live gesehen habe, sei es mit Refused, The (International) Noise Conspiracy, The Lost Patrol Band, AC4 oder eben aktuell mit INVSN zweimal allein im vergangenen Jahr!
2006 hatte ich für das Schwedische Rockarchiv ein Praktikum gemacht und in Rahmen dessen ein Interview mit Dennis übers Telefon geführt. Nach 2,5 Stunden hatte ich keine Kassetten mehr, um das Gespräch aufzuzeichen und ich habe ewig dafür gebraucht alles abzutippen, aber ich hätte noch stundenlang den Geschichten von Dennis über die Straight Edge Hardcore Szene in den 90ern in Umeå lauschen können und hoffe, dass diese irgendwann mal jemand in einem Buch veröffentlicht.

39. Separation  - 5th Song (1996, Desperate Fight Records)
Wo ich gerade wieder bei der Straight Edge Hardcore Szene in Umeå bin, bleibe ich doch noch ein wenig dort. Refused, Abhinanda und Final Exit hatte ich ja bereits aufgeführt, aber ich habe damals auch mit Eifer die Compilations Straight Edge as Fuck 1-3 studiert, die über Desperate Fight Records veröffentlicht wurden und die Szend zur damaligen Zeit dokumentierten. Mit ihrer Debüt-EP waren Separation noch etwas mehr Emocore, schlugen dann aber mit dem selbstbetitelten Debütalbum eher in die Richtung Hardcorepunk ein. Aber eben vor allem diese sechs Songs von der EP haben es mir angetan und sprachen mir damals aus dem Herzen.

40. Shield - Build Me Up... Melt Me Down (1994, Desperate Fight Records)
Am Beispiel von Shield ist sehr schön zu sehen, wie jung, aber auch wie abwechslungsreich die Straight Edge Szene damals in Umeå war. So hatten die Bandmitglieder bei der ersten EP noch Fotos von ihren verstorben Haustieren im Artwork, um ihnen Tribut zu zollen und nur ein Jahr später hauten sie ein Konzeptalbum namens Vampiresongs mit entsprechendem Artwork raus. Echt der Wahnsinn!

41. Friends Unseen - The Usual Dilemma/Drowning Act (1998, Subjugation)
Friends Unseen stammen zwar ebenfalls aus Umeå, haben aber meines Wissens nach keine weiteren Verbindungen zur Hardcore Szene und spielen auch musikalisch ganz anders auf, nämlich feinster 90es Emo! Daher passten sie auch hervorragend zum englischen Label Subjugation, die damals noch so feine Bands, wie Bob Tilton und Spy Versus Spy veröffentlicht haben. Leider blieben diese beiden Songs der 7" die einzige Musik, die Friends Unseen veröffentlicht haben. 

42. Buck - Hate Angels (2002, strange fruit)
Und noch eine 7", die ich hier in dieser Bestenliste anführen möchte. Nicht nur, weil sie auf strange fruit veröffentlicht wurde, sondern auch weil diese drei tollen Songs es verdient hätten, von mehr Menschen gehört zu werden. Schön schrammeliger IndieRock mit leicht punkigen Einschlag, der schnell ins Ohr geht und vor allem so etwas zeitloses hat. Ich preise diese Songs nun schon 17 Jahre an, die 7" wird auf Discogs für 1-2 Euro angeboten,   da sollte man unbedingt zugreifen. Wer mit mir tauschen möchte, ich hab auch noch ein paar davon zu Hause...

43. Ikaros - Speak Music (2005, Kasual Recordings)
Ikaros haben sich damals aus der Asche von Leiah und Ariel Kill Him erhoben und ihre Debüt-7" Speed on Future wurde ein Jahr zuvor auf strange fruit veröffentlicht. Der Plan war, das Debütalbum Speak Music ebenfalls auf Vinyl zu veröffentlichen, aber leider war das Label am Ende, bevor dieser Plan und Realität umgesetzt werden konnte. Zu dem Emo und IndieRock kamen bei Ikaros noch progressivere Einflüsse hinzu, was der zwölfminütige Song Teeth belegt, den Ikaros nicht etwa am Ende sondern an prominenter dritter Stelle des Albums setzen. Bis auf den Song Dakka sind die anderen drei Songs auch auf dem Album enthalten, wenn auch ich leicht anderen Versionen...

44. Kevlar - The Great Collapse (2002, Sticksister Records)
Johan Sellman und Magnus Öberg machen bereits seit Anfang der 90ern zusammen Musik. Zunächst mit Shredhead und zur Zeiten von Calendar und Sunday's Worst Enemy waren sie Teil von Starmarket. Nachdem sich dann Starmarket mit Four Hours Light zunehmend auch ruhigeren Tönen widmeten, ließen es die Beiden mit Kevlar weiterhin krachen. Später benannte sich die Band aus rechtlichen Gründen dann in KVLR um, aber nach nur noch einem Album war dann leider Schluss und es dauerte 14 Jahre, bis die beiden zusammen mit Statues eine neue Band mit einem beeindruckenden Debüt am Start hatten. 

45. Statues  -  Adult Lobotomy (2018, Crazysane Records)
Das Debütalbum von Statues wird in Rezessionen zu Recht über den Klee gelobt und immer wieder fallen Referenzen wie z.B. Hüsker Dü und The Replacements. Auch Walter Schreifels ist begeistert von Adult Lobotomy: ""In music it's a rare balance to successfully blend politics and fun, aggression with melody." Im Februar durfte ich Statues im Tief in Berlin zum ersten Mal live erleben und die Show war absolut großartig. Die Jungs haben es einfach (noch immer) drauf!

46. Cobolt - Eleven Storey Soul Departure (1997, Ampersand Records)
Bei Cobolt bin ich zum ersten Mal auf den Begriff Slowcore gestossen, mit dem ich zuvor absolut nichts hätte anfangen können. Aber wenn man Cobolt einmal gehört hat, dann hat man zumindest eine Vorstellung, warum irgendwann mal jemand diesen Begriff für diese Art von Musik erfunden hat. Langsame schwere Riffs wechseln sich mit ruhigeren Parts ab. Groovt auf alle Fälle, nur eben viel langsamer als z.B. beim Post-Hardcore von Quicksand. Magnus spielte übrigens von 1992-1995 und ab 2012 wieder bei Refused, um noch ein bisschen Namedropping unterzubringen. Außerdem hat noch nie jemand so genial Eurythmics gecovert, wie Cobolt auf diesem Album mit Here Comes the Rain Again...

47. nine. - listen. (1996, Startracks)
Nine sind (waren) wirklich eine außergewöhnliche Hardcore Band. Dem Bandfoto nach müssen die Jungs noch Teenager gewesen sein, als sie listen. geschrieben und veröffentlicht haben und dabei sind die Kompositionen ausgesprochen komplex und vor allem unglaublich tight eingespielt. Mit dem Nachfolger Kissed By The Misanthrope wurden sie zunehmend rockiger, was den Songs sehr gut stand. Macht immer noch riesig Spaß die Songs zu hören, was ich nicht unbedingt von allen Hardcorebands behaupten kann. Leider habe ich die späteren Alben auf Burning Heart und Spinefarm nicht mehr verfolgt gehabt, das muss ich unbedingt mal nachholen.

48. Clawfinger - Deaf Dumb Blind (1993, MVG Records)
Clawfinger dürfen in meiner Bestenlisten natürlich nicht fehlen, auch wenn es schon ewig her ist, dass ich das Album zum letzten Mal gehört habe. Aber damals war das Album halt der heisse Scheiss. Als ich das erste Mal Anthrax auf der Sound of White Noise Tour  live gesehen habe, waren Clawfinger im Vorprogramm und hatten gerade mit Dead Dumb Blind das Album des Monats im Metal Hammer veröffentlicht. Und auch wenn Deaf Dumb Blind das einzige Album von Clawfinger in meiner Sammlung ist und vermutlich auch bleiben wird, so wird es immer für eine Zeit in meinem Leben stehen, die ziemlich aufregend war...

49. Neneh Cherry - Raw Like Sushi (1989, Circa)
Auch wenn Rap und Hip Hop in meiner Sammlung nur einen sehr geringen Anteil ausmachen, so muss ich in dieser Bestenliste auf alle Fälle das Debütalbum von Neneh Cherry aufnehmen, die mit Songs wie Buffalo Stance und Manchild echte Klassiker geschaffen hat. Vor ein paar Jahren habe ich Neneh Cherry im Rahmen vom Pop & Kultur im Berghain in Berlin live gesehen und war echt begeistert von ihrer Power und Bühnenpräsenz, die sie noch immer hatte und natürlich auch von ihrer Performance von Buffalo Stance und Manchild. 

50. I'm from Barcelona - Let Me Introduce My Friends (2006, Dolores Recordings)
2008 habe ich I'm From Barcelona live im Karlstorbahnhof in Heidelberg gesehen und es war schon beeindruckend, wenn ca. 30 Musikerinnen und Musiker auf einer Bühne stehen und ein Rockkonzert geben! Da meine Großeltern früher bei uns im Dorf die Post geführt haben und meine Oma eine große Briefmarkensammlung hatte und auch ich in meiner Kindheit diesem Hobby frönte, sprach mich der Song Collection of Stamps natürlich immer besonders an! "I'm gonna sing this song with all of my friends. And we're I'm from Barcelona!"

51. Christian Kjellvander -  I Saw Her From Here/I Saw Here From Her (2007, Startracks)
Manchen wird Christian Kjellvander auch als Sänger der Alternative Country Band Loosegoats bekannt sein. In die Sachen von Loosegoats habe ich mich bisher noch nie so reingehört, aber die Musik von Christian Kjellvander solo gefallen mir ausgesprochen gut. Vor allem live war ich hin und weg von der Stimmung und vor allem seinem Gesang! Ich freu mich schon riesig ihn bald in intimen Rahmen eines Wohnzimmerkonzerts wieder live erleben zu können, das wird bestimmt großartig!

52. Håkan Hellström - Känn Ingen Sorg För Mig Göteborg (2000, Dolores Recordings)
Als ich 2006 in Schweden gelebt habe, musste ich feststellen, dass man dort Håkan Hellström entweder liebt oder hasst. Ja, wenn man sich denn entscheiden muss, dann bin ich für Liebe. Eventuell ist es dabei von Vorteil, dass es diese Sprachbarriere gibt und ich mich ganz auf die Musik und die Stimmung der Musik einlassen kann. Wobei so ein bisschen Schwedisch habe ich in meiner Zeit in Hultsfred ja doch gelernt und weiß ich zumindest, dass sich Göteborg nicht um ihn sorgen braucht...

53. Anna Ternheim  - Somebody Outside (2004, Stockholm Records)
Oh, das erste Album von Anna Ternheim wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Das Album habe ich rauf und runter gehört und anfangs auch diverse Mal gesehen. Leider entwickelten wir uns musikalisch recht schnell wieder auseinander, so war ich zwar beim zweiten Album Separation Road noch dabei, fand aber schon dort die Deluxe Edition mit den Naget Versions besser als die dicke Produktion der neuen Songs. Zum letzten Mal habe ich dann Anna Ternheim 2009 live auf dem Zelt gesehen und war dann leider auch irgendwann nicht mehr zu ihren Konzerten gegangen, aber wie gesagt über Somebody Outside lasse ich nichts kommen. Bröder Daniel haben es zwar leider nicht in meine Bestenliste geschafft, aber zumindest ihren Überhit Shoreline, den Anna Ternheim auf ihrem Debüt covert, sei an dieser Stelle erwähnt!

54. Hellsongs - Hymns In The Key Of 666 (2008, Bodog Music Europe)
Als ich 2006 in Schweden lebte, wurde ich im Radio auf die geniale Cover-versionen von Iron Maidens Run To The Hills aufmerksam. Hellsongs covern Heavy Metal Klassiker im Singer-Songwriter/Folk-Rock Style und nennen dies Lounge Metal! 2008 habe ich dann ein Praktikum bei Bodog Music gemacht und mittlerweile war der Hype auch in Deutschland angekommen und Bodog veröffentlichte das Album Hymne In The Key Of 666 für den deutschsprachigen Raum und ich hatte die Gelegenheit die Band persönlich kennenzulernen und diverse Male live zu erleben. 

55. Hello Saferide – Would You Let Me Play This EP 10 Times A Day? (2006, Razzia Records)
Hello Saferide habe ich natürlich auch während meiner Zeit in Schweden kennengelernt und es fiel mir schwer auszuwählen, welches Album ich an dieser Stelle aufführen soll. Aber da die EP WYLMPTEP10TAD? 2006 während ich in Schweden war veröffentlicht wurde und The Quiz eines meiner Lieblingslieder von Hello Saferide ist, dachte ich mir, ich wähle einfach die und empfehle alle drei Alben uneingeschränkt! Zu erwähnen gilt es natürlich, dass Annika Norlin auch noch tolle Alben unter dem Namen Säkert veröffentlicht hat. Größtenteils auf Schwedisch, allerdings das Album På Engelska mit ins Englische übersetzten Texten, was es somit zu etwas wie dem vierten Hello Saferide Album macht und ebenfalls uneingeschränkt empfohlen wird. Und zu guter Letzt möchte ich euch noch das Projekt Correspondence von Annika Norlin und Jens Lekman ans Herz legen, wo sie sich 2018 jeden Monat abwechselnd je einen Song veröffentlicht haben, sozusagen als offener musikalischer Briefwechsel. Echt großartig!

So nun habe ich im letzten Beitrag noch geschickt zwei weitere Namen untergebracht und während ich diese Zeilen schreiben, frage mich natürlich immer wieder, ob ich mich richtig entschieden habe. Schließlich war meine eigentliche Liste deutlich länger, aber ich wollte mich an die Vorgabe vom VISIONS halten und mich an 55 anhalten. Immerhin habe ich darauf geachtet, jede Band oder Künstler/-in nur einmal zu nennen, um somit noch mehr in die TOP 55 unterbringen zu können. Tja und Alben sind es dann auch nicht nur geblieben, sondern eben auch EPs und 7"s, aber egal, schließlich ich dies meine persönliche Bestenliste und das zeigt sich auch in der musikalischen Bandbreite, so ist von allem etwas dabei, was mir gefällt. Gegenüber der Liste vom VISIONS gibt es leider nur 7 Überschneidungen bei den Alben, aber immerhin 13 Überschneidungen insgesamt, was die Bands betrifft. Das ist zwar nicht sonderlich viel, aber dadurch hatte ich zumindest die Idee und die Muse, meine eigene Bestenliste zuschreiben, schließlich beschäftige ich mich schon sehr lange mit Musik aus Schweden. Leider musste ich feststellen, dass etwa nur bei knapp 30% der genannten Alben/EPs/7"s Frauen beteiligt sind. Dies gilt es in Zukunft unbedingt zu steigern!

Wie auch immer, nachdem ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte, mich mit dem Monsterblogpost übernommen zu haben, so bin ich nun doch froh, das Ganze durchgezogen zu haben. Ich bin gespannt, ob es Reaktionen oder Kommentare gibt. 

Leider gab es bei Spotify nicht alle Songs, daher anbei ein Link zu einer leider unvollständigen Playlist:

Da die ursprüngliche Playlist über 500 Songs beinhaltete, hab ich noch ne Best-of Playlist mit 50 Songs gemacht, da es leider die Songs der 7"s nicht auf Spotify gab.